Antibiotika

Noch weniger Antibiotika

Datum: 01.03.2019Quelle: QS Qualität und Sicherheit | Foto: Colourbox.de | Ort: Bonn

Das QS-Antibiotikamonitoring belegt, dass 2018 die eingesetzte Menge von Antibiotika bei schweine- und geflügelhaltenden Betrieben gegenüber dem Vorjahr erneut gesunken ist. Das ist ein klarer Beleg für den sorgfältigen und verantwortungsvollen Einsatz durch Tierärzte und Tierhalter. Bei fast allen Wirkstoffgruppen, insbesondere bei den kritischen Antibiotika, hat eine deutliche Reduzierung stattgefunden.

Vorwurf widerlegt

Die aktuellen Auswertungen widerlegen das von einigen Experten vermutete Ausweichverhalten in der Tiermedizin. Der Vorwurf lautete, dass von “klassischen” Wirkstoffen, die ein größeres Mengenvolumen ausmachen, auf modernere, hochwirksame Wirkstoffe umgestiegen wird, die in der Anwendung um ein Vielfaches niedriger dosiert werden. Aber gerade bei den kritischen Wirkstoffen sind deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Die Verbrauchsmenge an Fluorchinolonen wurde von 4,75 t auf 3,81 t gesenkt und ist damit um fast 20 % geringer ausgefallen. Während 2017 noch 0,4 t Cephalosporine der 3. und 4. Generation verabreicht wurden, waren es ein Jahr später mit 0,28 t klare 30 % weniger.

Die Gesamtmenge der in den 29.864 schweine- und 3.184 geflügelhaltenden Betrieben des QS-Systems eingesetzten Antibiotika ist 2018 mit knapp 464 t um 4,8 % im Vergleich zum Vorjahr (487 t) gesunken. Dabei ist bei allen Wirkstoffgruppen eine Mengenreduzierung festzustellen. Thomas May, bei QS verantwortlich für das Monitoring, betont: „Antibiotika werden in der Nutztierhaltung keinesfalls prophylaktisch eingesetzt, sondern ausschließlich, wenn der Tierarzt sie aufgrund einer Diagnose verordnet. Kranke Tiere müssen – mit Blick auf den Tierschutz – medizinisch behandelt werden. Die Auswertungen des QS-Antibiotikamonitorings belegen, dass die Tierhalter und Tierärzte in hohem Maße um den restriktiven Einsatz bemüht sind. Das Verabreichen von so genannten Reserveantibiotika bleibt in der Nutztierhaltung die Ausnahme.“

Martina Kalus / Redaktion

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