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Meat & Greet 2019

Datum: 25,.10.2019Quelle: B&L MedienGesellschaft | Ort: Fürstenfeldbruck

Der zweite Tag bei „Meat & Greet“: Junge Wilde, ein Düsseldorfer Unikat, ein Weißwurstbotschafter und noch mehr geballtes Know-how auf der Bühne.

Ein Dreigestirn engagierter junger Handwerkskräfte eröffnete den zweiten Tag der Meat & Greet-Fachtagung in Fürstenfeldbruck. Stefanie Forster, Vorsitzende von „Das Fleischerhandwerk – wir sind anders e. V.“ berichtete von ihren Erfahrungen aus der noch jungen Geschichte des Vereins. „Wir hatten ja keine Ahnung, was wir da lostreten“ – nicht mehr und nicht weniger als einen Verein mit jungen Wilden. Nach der Devise „Der Ursprung ist unsere Zukunft“ besinnen sich die Mitglieder auf traditionelle Werte wie Stolz auf das Fleischerhandwerk, Wertschätzung des Tieres und Arbeit in familiär-regionalen Betrieben mit direktem Kontakt zum Kunden. Unkonventionell, kreativ, vielseitig und bisweilen auch provokativ mischen sie die Branche auf.

Es muss einfach wieder cool werden“

Wichtigstes Anliegen: Das Fleischerhandwerk aus der Schmuddelecke manövrieren, in das es durch Fleisch- und Hygieneskandale sowie durch die aufstrebende Vegetarier-/Veganer-Gemeinde geraten ist. Melanie Popp und Simon Claßen, Metzgermeister und Fleischsommelier, bliesen ins selbe Horn: „Es muss einfach wieder cool werden, in einem Metzgereibetrieb zu arbeiten.“

Sicherlich eines der Highlights der Tagung war der Auftritt von Peter Inhoven. Ganz einfach weil der Düsseldorfer Metzgermeister mit Pferdeschwanz und Hauptmannsuniform ein Unikat ist. Ein Typ, der schon einmal eine Wurst mit Roter Beete, Apfel und Zwiebel fabriziert oder ein Bier ins Brät kippt. Mit seinen „Anekdoten live aus dem Wurstsalon“ hatte er die Schmunzler auf seiner Seite. Ganz beiläufig verriet er aber auch sein Erfolgsrezept: „Ich führe mit solchen Kreationen Leute an unser Handwerk heran, die eigentlich keine Wurst mehr essen wollen, aber wegen der Rezepturen neugierig geworden sind.“

Reggae geht immer“

Seine Metzgerei, ausgestattet unter anderem mit Plattenspieler und Disco-Kugel, ist immer wieder Schauplatz hipper Events. Zu welcher Musik die Arbeit und das Geschäft besonders gut von der Hand gehen? „Die Callas ist anstrengend, aber Reggae geht immer.“

„Wir haben alle Fehler gemacht“, lautete die These, mit der Dirk Freyberger seinen Vortrag eröffnete. Der Metzgermeister und Fleischsommelier ist Vorsitzende des Vereins „Fleisch-Sommelier Deutschland“. Er legte seine Hände in offene Wunden, als er die Gründe für die Nachwuchsmisere im Fleischerhandwerk („Wir haben eine Generation verpasst.“) nannte. Die Branche lasse sich zudem von Außenstehenden Aspekte wie Regionalität diktieren – „das müssen wir uns zurückholen; wir müssen die Tradition in der Wertschätzung unserer Produkte wiederfinden.“

Für ein Miteinander füreinander entzünden“

Der Nürnberger wollte seinen Vortrag allerdings als positive Motivation verstanden wissen: „Ich will euch für ein Miteinander füreinander entzünden.“ Nur so bekomme das Fleischerhandwerk die Leute in seine Läden – sowohl Kunden als auch Mitarbeiter.

Wie der Laden als Food-Erlebniswelt das Fleischerhandwerk beflügeln kann, erklärte Hans-Jürgen Päsler, Geschäftsführender Gesellschafter von Schrutka-Peukert Ladeneinrichtungen. Der Laden müsse zu einem Schatzkästchen werden, das die Persönlichkeit seines Betreibers widerspiegelt. Lichteffekte seien dabei ebenso Helfer beim Schürbn von positiven Emotionen wie DryAge-Reifekammern oder edle Materialien oder Mobiliar im Restaurant-Style, wie man es nicht unbedingt in einer Metzgerei erwartet.

Hier würde ich gerne arbeiten“

„Sie müssen den Laden öffnen und dabei alles vermeiden, was die Kunden von der Ware ablenkt“, erklärte Päsler. Idealerweise werde der Laden mit seiner Einrichtung Ortsgespräch. Das habe einen positiven Nebeneffekt. „Das bringt auch Leute dazu zu sagen: „Hey, Ihr Laden gefällt mir, hier würde ich gerne arbeiten.“

Das Grande Finale der Fachtagung bestritt Albert Fritz, seines Zeichens Bayerischer Weißwurstbotschafter aus dem Bayerischen Wald und Ideengeber für die alljährliche Wahl der Weißwurstkönigin. Am Anfang belächelt, ging die Kür der Würdenträgerin im Oktober 2019 bereits ins siebte Jahr.

Mediales Powerplay garantiert“

Mittlerweile sei bei der Wahl „mediales Powerplay garantiert“, TV-Stationen reißen sich ebenso um die Weißwurstkönigin wie Radiostationen, Tageszeitungen und Boulevardmedien. Weitere Ideen wie die Weißwurstseminare in Bodenmais und ein Königlicher Weißwurstsenf bewegten sich ebenfalls in der Erfolgsspur: „Bei den Seminaren haben wir mittlerweile 40 Teilnehmer pro Woche und den Senf nehmen die Urlauber kartonweise mit.“

Christian Blümel / Fleischnet

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