Kühllogistik

Kühllogistik in der City

Datum: 04.03.2019Quelle: Kiesling Fahrzeugbau | Ort: Dornstadt-Tomerdingen

Lärm- und Schadstoff-Emissionen im Verteilerverkehr und drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge bringen bezüglich der Kühllogistik alternative Antriebsformen ins Gespräch. Einige Fahrzeughersteller schon verschiedene Lösungen für ihre Motoren an. Wenig Beachtung findet aber bisher die Tatsache, dass ein Großteil der Waren mit Kühlfahrzeugen verteilt wird und die Kühlung in den meisten Fällen durch Kühlaggregate mit Dieselmotoren erfolgt.

Für dieses Problem bieten der Kühlfahrzeughersteller Kiesling und sein Partner AddVolt, ein junges Technologieunternehmen, eine Lösung an, die es ermöglicht, alle Transportkühlgeräte von Diesel- auf Elektrobetrieb umzurüsten. Durch den elektrischen Betrieb der Kühlaggregate können Innenstädte mit deutlich reduzierten CO2- und Lärm-Emissionen bedient werden.
Mit im Boot ist der Vermieter CharterWay, der ein erstes Fahrzeug in seinem Fuhrpark anbietet. Anwender und Kunden können die Lösung bei dort mieten und über einen Zeitraum von maximal zwei Monaten in ihrem Fuhrpark einsetzen um Funktion und Praxistauglichkeit des kompletten Systems zu erproben.

Dieselmotor überflüssig

KühllogistikDas AddVolt-System basiert auf einem leistungsstarken Powerpack, über den jede Kühlmaschine betrieben werden kann. Dieser wird während der Standzeit via Starkstrom-Ladekabel innerhalb von einer Stunde voll aufgeladen. Der voll aufgeladene Akku, eine Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie, betreibt das Kühlgerät dann etwa zwei bis drei Stunden im Elektromodus. Während der Fahrt wandelt ein 40 KW-Generator Bremsenergie per Rekuperation in elektrische Energie um und speist diese permanent im Powerpack ein. Je nach Fahrtstrecke und Einsatz kann die Kühlung dadurch weitgehend im Elektromodus betrieben werden. Ein Dieselmotor wird so überflüssig.

Das AddVolt-System besteht aus der am Fahrzeug separat montierten Einheit aus Powerpack und Controller, die mit jeder Kühlmaschine verbunden werden kann. Es bietet sich so auch zur Nachrüstung in vorhandenen Fuhrparks an, da es sich um eine reine Plug-in Lösung handelt, die nicht ins System der Kühlmaschine eingreift. Garantien der Kühlmaschinenhersteller bleiben daher unbeeinträchtigt und der Service kann wie gewohnt durchgeführt werden. Als Servicepartner für den Powerpack fungiert tkv Süd in Ulm.

Vorteile der AddVolt-Anlage:
– Fahrt- und Standbetrieb im Elektromodus
– Sauber und leise in die City, Elektrobetrieb senkt Lärm um 6,5 dB im Vergleich zum Dieselmotor
– Kein Dieselmotor während frühmorgendlicher Auslieferung in Wohngebieten
– Deutlich ruhigere Ruhepausen für den Fahrer
– Rekuperation spart Energie, dadurch extrem wirtschaftlicher Betrieb
– Unabhängig von Fahrzeugmotor und Kühlmaschine

Lohnt sich das System für die Kühllogistik?

Der Nutzen für die Umwelt und Innenstädte ist laut Unternehmen offensichtlich. Bei einer Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen des Systems ist die Anschaffung des leistungsstarken Powerpacks zunächst ein großer Aufwand, die Betreiberkosten für Kühlgeräte durch den Einsatz des AddVolt-Systems werden aber nicht unerheblich gesenkt. Der Diesel-Jahresverbrauch einer Kühlmaschine bei 1.500 Betriebsstunden und einem Verbrauch von 3 l/Std. beträgt schnell über 6.000 Euro. Die Stromkosten sind dagegen gering und die Rekuperationsenergie wird gratis eingespeist. Weitere Einsparungen entstehen durch den geringeren Wartungsaufwand der Kühlgeräte. Evtl. kann sogar der Dieselmotor komplett entfallen. Insgesamt ist mit einer Amortisation der AddVolt-Anlage in 3-5 Jahren zu rechnen.

Exakte Zahlen aus dem täglichen Einsatz liefert ein Telematik-System, das über GPS Standort und Touren verfolgt und parallel dazu Temperatur- und Betriebsdaten auswertet. Der Nutzer erhält zugleich Hinweise auf die Optimierung der Anwendung. Dieses Monitoring der Kühllogistik macht den grünen und sauberen Transportanteil sichtbar und liefert starke Argumente für die Ausrüstung mit AddVolt. Weitere Informationen gibt es hier.

Marco Theimer / Fleischnet

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