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Corona Report FT Mini Serie

Der große Corona-Report, Antworten Teil 1

Datum: 29.06.2021Quelle: @zale – stock.adobe.com | chb | Beck Gewürze und Additive | Ort: München |

Fünf Fragen zu den Folgen der Covid-19-Pandemie

„Der große Corona-Report“ ist ein zentraler Bestandteil in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins FT Fleischerei-Technik/Meat Technology. Darin wandte sich die FT-Redaktion mit fünf Fragen zu den Folgen der Covid-19-Pandemie für den Arbeits-/Unternehmensalltag an Unternehmen aus der Fleisch- und Lebensmittelbranche.

Um unseren Leserinnen und Lesern einen noch detaillierteren Einblick in die Bewertung der Corona-Pandemie bei unseren Umfrageteilnehmern zu liefern, bietet die Redaktion der FT hier auf fleischnet.de nun deren komplette Antworten als ergänzende Mini-Serie zum Corona-Report. Hier die Antworten von Volkhard Schafflick, Vertriebsleiter bei Kohlhoff Hygienetechnik, Andreas Hager, Geschäftsführer Magurit Gefrierschneider, und Manfred Beck, Beck Gewürze und Additive.

Wie hat die Corona-Pandemie in Ihren Arbeitsalltag eingegriffen?

Volkhard Schafflick, Vertriebsleiter bei Kohlhoff Hygienetechnik: Die Corona-Pandemie hatte bisher, besonders im letzten Jahr, keine negativen Auswirkungen auf unser Unternehmen. Ganz im Gegenteil: Die starke Nachfrage an Hygienetechnik, insbesondere an Desinfektionsmittelspendern, hatte zu einer nicht unerheblichen Umsatzsteigerung geführt und konnte nur durch Ausweitung der Arbeitszeit bzw. Schichtarbeit aufgefangen werden.

Andreas Hager, Geschäftsführer Magurit Gefrierschneider: Erheblich,
• durch interne Kontaktbeschränkungen,
• durch Reisebeschränkungen,
• durch ständig neue Verordnungen,
• durch getriebene Kundschaft,
• durch (teilweise) schlechte Lieferanten-Performance.

Manfred Beck, Beck Gewürze und Additive: Im Arbeitsalltag stehen wir täglich neuen Herausforderungen, Vorgaben, Vorschriften und Gesetzen gegenüber, die alle in den Arbeitsablauf integriert werden müssen. Und dennoch muss der normale Betrieb weitergehen. Gerade in solchen Ausnahmesituationen ist auch der Bestell- und Lieferrhythmus stark durcheinandergewirbelt. Da mussten einige Sonderfahrten verbucht werden, um den Wünsche unserer Kunden jederzeit gerecht zu werden. Deutlich höherer Arbeitsaufwand war mit weniger Personal (coronabedingte Ausfälle) zu bewältigen.
Allerdings sind wir in unserer Branche froh, auf der doch eher „krisensicheren“ Seite zu stehen und unseren Mitarbeitern die Arbeit zu ermöglichen, auch trotz solch einschneidender Geschehnisse.

War/ist Kurzarbeit in Ihrem Unternehmen ein Thema?

Volkhard Schafflick: Wie bereits gesagt, konnten wir der verstärkten Nachfrage nur durch Mehrarbeit nachkommen. Von Kurzarbeit war und ist bei uns auch jetzt keine Rede.

Corona Report Hager Magurit

Andreas Hager (Bild li.): Nein, war nicht und ist nicht. Durch Kapazitätsanpassungen in Form von Urlaub und Überstundenabbau sowie resiliente Produktion in Zeiten mit geringerem Auftragseingang konnten wir komplett auf Personalabbau und Kurzarbeit verzichten.

Manfred Beck: Das Thema Kurzarbeit hat nur einige wenige Kollegen im Verkaufsaußendienst, speziell im EU-Ausland und Drittland, getroffen. Allerdings sind diese Mitarbeiter hier kurzerhand eingesprungen und haben ihre Kollegen vor Ort im deutschsprachigen Raum unterstützt. Der Zusammenhalt und das Teamwork in dieser Zeit waren wirklich eine große Stütze, auf die wir sehr stolz sind.

Ist das Homeoffice nur eine aktuelle Notlösung oder hat es in Ihrem Unternehmen auch nach der Pandemie Zukunft?

Volkhard Schafflick: Wir fertigen überwiegend hochkomplexe hygienetechnische Anlagen für die Nahrungsmittelindustrie – oft auch mit individueller Ausstattung. Dabei ist eine Abstimmungen mit den einzelnen Fachabteilungen und der Fertigung notwendig.
Trotz moderner Kommunikationsmittel können wir nicht immer auf eine Präsenz verzichten. Aus diesem Grund hielt sich die Zeit im Homeoffice für uns in Grenzen.

Andreas Hager: Zunächst mal gibt es bei uns im Hause kein Homeoffice, sondern mobile Arbeitsstätten. Das hat etwas mit der Arbeitsstättenverordnung zu tun. Und Homeoffice/ mobile Arbeitsstätten sehe ich mit gemischten Gefühlen. Teilweise klappt das sehr gut, teilweise allerdings auch nicht. Das ist sehr abhängig von der generellen Einstellung der Individuen.

Manfred Beck: Der Bereich Homeoffice ist in unserer doch recht aktiven, wandelnden und schnelllebigen Branche schwierig zu gestalten und wird bei uns nicht auf Dauer zum Einsatz kommen.

Gab und gibt es Engpässe, etwa bei Rohstoffen oder in den Lieferketten?

Volkhard Schafflick: Gerade zu Beginn der Pandemie im letzten Jahr gab es Versorgungsengpässe zum Beispiel bei PE-Flaschen für Desinfektionsmittel sowie bei speziellen Pumpen, die primär in Asien gefertigt wurden und werden. In dieser Zeit war auch die Produktion in China durch die Pandemie stark eingeschränkt bzw. wurde teils sogar komplett heruntergefahren. Der Markt war in kürzester Zeit leergefegt. Bis Mitte des letzten Jahres war das schon eine sehr angespannte Situation.
Aktuell gibt es gravierende Versorgungsengpässe auf den Rohstoffmärkten zum Beispiel für Edelstahl. Die Folge sind erhebliche Materialpreisverteuerungen und zum Teil Lieferschwierigkeiten. Ein Ende dieser angespannten Situation ist bis dato leider nicht absehbar.

Andreas Hager: Anfangs weniger als jetzt, wo anscheinend die Wirtschaft in einigen Bereichen deutlich wieder anzieht, und es gerade im Rohmaterialbereich zu Engpässen kommt.

Manfred Beck (Bild li.): Zu Beginn der Pandemie gab es doch einige Unsicherheiten und daraus getätigte Zwischenkäufe, um die Lieferfähigkeit zu jeder Zeit aufrecht erhalten zu können. Natürlich war auch hier das eine oder andere Mal ein knappes Zeitfenster vorhanden, das wir aufgrund unserer guten Planung und Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten allerdings schnell in den Griff bekommen konnten. Alle betroffenen Stufen der Beschaffungskette haben aber immer an einem Strang gezogen und oftmals das Unmögliche möglich gemacht, um Rohstoffe, Verpackungsmaterial etc. jederzeit vorrätig zu haben.

Hat die Pandemie die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen beschleunigt?

Volkhard Schafflick: Nein, wir waren bereits vor der Krise sehr gut aufgestellt. Mit unserem kompletten Neubau von Produktion und Verwaltung an einem neuen Standort vor fast drei Jahren – also deutlich vor der Pandemie – haben wir mit Investitionen in unsere automatisierte und zum Teil robotergestützte Fertigung bereits sehr stark in die Digitalisierung investiert.

Andreas Hager: Absolut.

Manfred Beck: Teams, Skype etc. sind natürlich hoch in Kurs und auch wir haben hier mit unseren Kunden in aller Welt kommuniziert. Durch die „gezwungene“ Digitalisierung konnten wir trotz der bekannten Einschränkungen viele Projekte, Prozesse, Idee etc. mit unseren Kunden erarbeiten und verwirklichen, die ohne diese digitalen Medien heute nicht so weit wären. Allerdings freuen wir uns auch wieder auf den direkten, persönlichen Kontakt mit unseren Kunden. Unsere Mitarbeiter stehen in den Startlöchern.

Christian Blümel / Fleischnet

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