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Mighty Fleischkonsum G20 Klimabilanz Colourbox.de

Der Fleischhunger und seine Klima-Folgen

Datum: 10.01.2023Quelle: Mighty, Colourbox.de | Ort: Leeds/Berlin |

Globale Klimabilanz aus Großbritannien

Eine wenig überraschend kritische Bewertung des globalen Fleischkonsums kommt von Mighty, einem Hersteller von Pflanzendrinks in Großbritannien. Dessen Auswertung von Ernährungsdaten zeigt ein erhebliches Einsparpotenzial an Emissionen durch Ernährung in den G20-Staaten.

Das sind die Haupterkenntnisse von Mighty in Bezug auf die Klimabilanz der G20-Staaten für das Jahr 2022:

• Unangefochtener Weltmeister beim Ausstoß von Emissionen durch Ernährung sind die USA: Mehr als vier Tonnen CO2-Äquivalent (CO2 eq.) emittiert jeder Amerikaner alleine durch den Konsum tierischer Produkte.

• Pro Kopf ernähren sich die Indonesier am klimafreundlichsten. Durch den Pro-Kopf-Konsum tierischer Erzeugnisse werden in Indonesien lediglich 557 kg CO2 eq. Ausgestoßen.

• Im G20-Vergleich liegt Deutschlands Klimabilanz im Mittelfeld: Rang 9 von 19.

Zum Jahresende 2022 machte Mighty mit den Klimabilanzen der G20-Staaten auf den jährlichen CO2-Ausstoß pro Kopf aufmerksam, den die größten Industriestaaten der Erde durch den Konsum von tierischen Produkte verursachen. In diesem Zusammenhang benannten die britischen Experten für pflanzliche Ernährung auch die größten Fleischesser-Nationen.

Auf Basis von Daten zum jährlichen Konsum tierischer Erzeugnisse wie Schweine- und Rindfleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Milch und Käse konnte ein Vergleich der Klimabilanzen der G20-Staaten (ohne EU) durchgeführt werden. Dieser zeigt, welche der weltweit größten Industrie- und Schwellenländern sich besonders fleischlastig und damit klimaschädlich ernähren.

Die USA sind die größte Fleischesser-Nation der Welt

Der enorme Fleisch- und Milchhunger der US-Amerikaner präge die Klimabilanz der Nation. Mit einem Treibhausgasausstoß von 4.003 kg pro Kopf im Jahr auf Basis des Verzehrs tierischer Produkte stünden die USA „mit großem Abstand an der Spitze der klimaschädlichsten Fleischesser-Nationen der Welt“.

In keinem anderen Land im G20-Vergleich werde so viel Geflügel konsumiert wie in den USA. Insgesamt landen laut Mighty unter anderem 59 kg Geflügel, 31 kg Schweinefleisch, 38 kg Rindfleisch, 16 kg Eier und 231 kg Milch- und Milchprodukte im Jahr auf den Tellern der Amerikaner. Der extrem hohe Konsum tierischer Erzeugnisse führe zu einem CO2-Ausstoß, der fast doppelt so hoch sei wie die Pro-Kopf-Treibhausgasemissionen von Deutschland.

Niemand isst so viel Schweinefleisch wie die Deutschen

Der G20-Vergleich bescheinigt Deutschland bei der Klimabilanz auf Basis des Konsums tierischer Erzeugnisse einen Platz im Mittelfeld. Der Pro-Kopf-Konsum von Schwein, Rind, Geflügel, Fisch, Eiern und Milch erzeuge jährlich Treibhausgasemissionen von 2.495 kg pro Person.

Keine andere Nation konsumiere so viel Schweinefleisch wie die Deutschen. Insgesamt 42 kg Schweinefleisch wandere hier pro Jahr und Einwohner über den Teller. Damit falle Schwein deutlich schwerer ins Gewicht als Rindfleisch.

Ernährung maßgeblich für persönlichen CO2-Fußabdruck

In Form von lang anhaltender Trockenheit, Hochwasser und Stürmen bekomme Deutschland die fortschreitenden Klimaveränderungen immer deutlicher zu spüren. Einen großen Einfluss auf den Treibhausgasausstoß und damit auf den Klimawandel habe hier die Ernährung.

Schätzungsweise 10 bis 15 Prozent des persönlichen CO2-Fußabdrucks in Deutschland lasse sich auf die hiesigen Essgewohnheiten zurückführen. Fleischkonsum, weite Transportwege, außersaisonale Angebote und noch vieles mehr im Zusammenhang mit der Ernährung trage dazu bei. Tierische Produkte wie Fleisch, Milch und Eier hätten von allen Lebensmittelgruppen nachweislich den größten Einfluss auf die ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen.

Die Schlussfolgerungen von Mighty im Überblick:

  • Im G20-Vergleich liegt Deutschlands Klimabilanz im Mittelfeld: Rang 9 von 19. Der Konsum von Rind, Schwein, Geflügel, Fisch, Eiern und Milch erzeugt jährlich Treibhausgasemissionen von 2.495 Kilogramm pro Person. Der Verzehr der ausgewählten pflanzlichen Produkte, wie Weizen, Reis, Soja und Nüsse, erzeugt zusätzlich 162 Kilogramm CO2eq pro Kopf.
  • Keine andere Nation im Vergleich konsumiert so viel Schweinefleisch wie die Deutschen. 42 Kilogramm Schweinefleisch erzeugen 520 Kilogramm CO2-Treibhausgasemissionen. Damit fällt Schweinefleisch bei der Klimabilanz Deutschlands schwerer ins Gewicht als Rindfleisch, wo der Konsum von 14 Kilogramm Rindfleisch pro Jahr mit nur etwa 483 Kilogramm CO2eq. bilanziert wird.
  • Der Konsum von Milch- und Milcherzeugnissen hat großen Einfluss auf die Klimabilanz einer Nation. Mit 167 Kilogramm pro Jahr gehört Deutschland zu den sieben größten Milchkonsumenten der Welt und verursacht im Jahr 1.104 Kilogramm CO2-Emissionen pro Kopf.
  • Die Vereinigten Staaten von Amerika haben die schlechteste Klimabilanz aller G20-Staaten. Mehr als 4.000 Kilogramm Treibhausgasemissionen hinterlässt jeder US-Bürger im Jahr allein durch den Konsum tierischer Produkte, wie Rind, Schwein, Geflügel, Fisch, Eiern und Milch.
  • Die Klimabilanz von Indonesien, basierend auf dem Verzehr tierischer Produkte, entspricht nur 1/7 der Klimabilanz der USA. Der CO2-Fußabdruck eines US-Bürgers ist damit 600 Prozent größer als der einer Person aus Indonesien.
  • Rindfleisch ist das Nahrungsmittel mit der schlechtesten Klimabilanz pro Kilogramm. Mit 38 Kilogramm im Jahr konsumieren die US-Amerikaner das meiste Rindfleisch. Am wenigsten Rind wird in Indien verzehrt, nur ein Kilogramm pro Jahr.
  • Weizen hat pro Kilogramm eine etwa viermal bessere Klimabilanz als Reis. Es unterscheidet sich aber auch vom Nährstoffgehalt, weswegen sich Reis nicht automatisch einfach durch Weizen ersetzen lässt.

Tom Watkins, Gründer von Mighty: „Essen ist und bleibt ein Grundbedürfnis des Menschen. Es muss aber nicht ohne jegliche Rücksicht auf Verluste befriedigt werden. Schon kleine Veränderungen bei den Essgewohnheiten können dabei helfen, den CO2-Fußabdruck zu senken, der sich auf unsere Ernährung zurückführen lässt. Wenn jeder einzelne weniger Fleisch isst oder auf Milchalternativen statt Kuhmilch setzt, können wir maßgeblich einen Beitrag leisten, um den Klimawandel aufzuhalten und die Klimaziele von Paris zu erreichen.”

Details zur Methodik und Quellen finden sich hier.

Das ist Mighty

Mighhty wurde 2018 von den Brüdern Tom und Nick Watkins gegründet, um eine nährstoffreichere und nachhaltigere pflanzliche Milchalternative auf den Markt zu bringen. Heute ist Mighty einer der größten familiengeführten Hersteller von Pflanzendrinks in Großbritannien und hat sich zum Ziel gesetzt, eine Million Menschen von pflanzlichen Milchalternativen zu überzeugen. Dazu verwenden die Briten eine Mischung aus Erbsen und Hafer, die durch Präzisionsfermentation einen milchähnlichen Geschmack erzielen soll.

Christian Blümel / Fleischnet

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