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Ohne Verpackung geht es nicht

Datum: 08.01.2024Quelle: Messe Düsseldorf GmbH | ITW | Ort: Düsseldorf

Verpackungen stellen Hygiene, Qualität, Echtheit und Unversehrtheit sicher

Verpackung steht oft in der Kritik, vor allem, wenn sie aus Kunststoff hergestellt wird. Es geht dann um zu viel Müll, CO2-Emissionen und den Ressourcenverbrauch. Darüber wird häufig ihre wichtigste Funktion vergessen: Produkte zu schützen, so dass sie unbeschadet beim Verbraucher ankommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Messe Düsseldorf GmbH im Vorfeld der Fachmesse interpack, die von 7. bis 13. Mai 2026 in Düsseldorf stattfindet.

Denn dafür seien Verpackungen unverzichtbar. Sie machten Waren erst transport- und lagerfähig, stellten Hygiene, Qualität, Echtheit und Unversehrtheit von Gütern sicher – insbesondere bei Lebensmitteln und Pharmaprodukten. Aber auch viele andere Waren würden ohne Verpackung ungenutzt im Müll landen. Produktsicherheit sei daher ein großes Thema in der Verpackungsindustrie und stand auch bei den Ausstellern der interpack im vergangenen Jahr im Fokus.

Intelligente Verpackung mindert Lebensmittelverschwendung

Eine gute Verpackung schütze ihren Inhalt optimal – ihre Hauptaufgabe. Wohl nirgends sei das so wichtig wie im Bereich Lebensmittel. Innovative und intelligente Verpackungslösungen trügen entscheidend dazu bei, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden.

Auf der interpack im vergangenen Jahr erfuhren die Besucher unter anderem, wie Lebensmittelverluste während des Abfüllprozesses minimiert werden, wie eine zuverlässige Produktinspektion und hochwertige Versiegelung gelingt oder wie unerwünschte Kontaminationen vermieden werden können.

Verpackungen nur beschränkt klimaschädlich

Was häufig in der Verpackungsdebatte nicht auftauche: Nur ein geringer Anteil der Klimawirkungen von Produkten, insbesondere von Lebensmitteln, gehe auf die Verpackung zurück. Eine Butterverpackung trage beispielsweise nur 0,4 Prozent zum CO2-Fußabdruck des Gesamtprodukts bei, eine Milchtüte rund vier Prozent. Berücksichtigt werde dabei der gesamte Lebenszyklus der Verpackung, also auch ihre Entsorgung, wie die Arbeitsgemeinschaft Verpackung + Umwelt (AGVU) in einer Studie ermittelt hat.

Der weitaus größte Anteil der Klimawirkung entfalle also auf das verpackte Produkt selber. Weltweit gingen jährlich rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel in der Wertschöpfungskette verloren oder würden verschwendet. Dagegen will die 2011 von der Messe Düsseldorf und der interpack ins Leben gerufene Save Food-Initiative angehen. Verpackungen spielen in ihren Programmen eine wichtige Rolle.

Monomaterial-Verpackungen sollen Mehrschichtverbunde ersetzen

Noch immer werden Lebensmittel in Kunststoff-Mehrschichtverbunde verpackt. Denn die verschiedenen Schichten lassen sich gut an die Schutzbedürfnisse des jeweiligen Produkts anpassen. Multilayerverpackungen seien aber derzeit nicht recyclingfähig und landeten daher auf der Deponie oder würden thermisch verwertet.

Im Forschungsprojekt Circular FoodPack, das noch bis 2024 läuft, arbeiten Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts IVV gerade daran, Lebensmittelverpackungen im geschlossenen Kreislauf zu recyceln und für den direkten Lebensmittelkontakt einsetzbar zu machen. Sie entwickeln dazu innovative Monomaterial-Verpackungen, die den Mehrschichtverbunden in ihrer Schutzfunktion nicht nachstehen, aber eine Kreislaufschließung durch Recycling und Wiedereinsatz ermöglichen.

Um Rezyklate wieder in Lebensmittelverpackungen verwenden zu können, müssen strenge gesetzliche Vorgaben eingehalten werden. Die europäische Verordnung 2022/1616 über Materialien und Gegenstände aus recyceltem Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, fordert nachweisbare funktionelle Barrieren für den Wiedereinsatz in Lebensmittelverpackungen.

Das Fraunhofer IVV hat deshalb eine Screening-Methode für funktionelle Barriereschichten entwickelt. Diese solle die Migration von unerwünschten Stoffen in Lebensmittel verhindern. Dazu wurden als Barriereschicht dünne organische und anorganische Beschichtunngen untersucht und im weiteren Projektverlauf im Einsatz getestet.

Barriereschutz bei Papierverpackungen verbessern

Papier sei nicht immer die erste Wahl, wenn es um das Verpacken von Lebensmitteln geht, insbesondere von solchen mit flüssigen oder fettigen Inhaltsstoffen. Denn faserbasierte Materialien erfüllen nicht immer die geforderten Barriereeigenschaften.

Andererseits gebe es einen Trend weg von Kunststoffverpackungen hin zu Papierverpackungen. Wenn Verpackungen mit flüssigen oder fettigen Produkten in Kontakt kommen, sei daher der Barriereschutz eine zentrale Funktion. Eine Lösung bietet beispielsweise BASF mit ecovio, einem zertifizierten kompostierbaren Kunststoff auf Basis nachwachsender Rohstoffe. In diesem Jahr hat das Unternehmen sein ecovio-Portfolio für extrusionsbeschichtete Papier- und Kartonverpackungen um eine Type erweitert.

Es ist für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen und weist gute Barriereeigenschaften gegenüber Flüssigkeiten, Ölen, Fetten und Mineralölen auf. Auch die Temperaturbeständigkeit bei kochendem Wasser bis 100 °C ist gut. Darüber hinaus haftet ecovio sehr gut auf vielen Papier- und Kartonoberflächen. Damit eignet sich die neue Type für papierbasierte Lösungen wie Becher und Behälter für Molkereiprodukte oder Tiefkühlkost. Auch als Einschlagpapier für Sandwiches und Müsliriegel, Schalen für Süßwaren und Snacks sowie To-Go-Becher für Heiß- und Kaltgetränke oder Suppen wird es verwendet.

Wichtig für die Wirtschaftlichkeit: Die Beschichtungsgeschwindigkeit der neuen Extrusionsbeschichtung ist laut Hersteller vergleichbar mit der von Polyethylen (PE). Und je nach Anwendung und Ausrüstung könnten ähnliche Schichtgewichte wie bei PE erreicht werden. Es seien also sehr dünne Beschichtungen möglich.

Christian Blümel / Fleischnet

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