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FT_04_2015

Foto: Neni sich aber eben erst herauskristallisieren, wo jeder seine Stärken hat und so macht jetzt jeder seine Sparte – und das funktioniert. Was rätst du jenen, die gern ihr eigenes Restaurant eröffnen möchten? Sei authentisch! Du musst wissen, was du willst und wofür du stehst! Sagt mir aber einer, er will Pizza, asiatisch und österreichisch, dann glaube ich nicht daran. Denn es sollte eine Einzigartigkeit haben. Und nicht zu vergessen: Gastronomie ist knallharte Arbeit. Wir stehen manchmal 18 Stunden auf den Beinen. Das muss man sich klarmachen. Und auch, was das für den Partner bedeutet. Darüber muss man sprechen. Ich habe jetzt z. B. weniger Zeit für Samy als früher. Er kommt jetzt zu uns, wenn der Kühlschrank zu Hause leer ist, aber er ist interessiert und will alles genau wissen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Wenn deine Stimmung schlecht wird – aus welchen Gründen auch immer, spürt das der Gast. Aber es spielen einfach sehr viele Fak-toren hinein. Grundsätzlich macht es keinen Sinn, ein Restaurant eröffnen zu wollen, nur um des Restaurants willen. Du hast selbst keine gastronomische Aus-bildung, sondern das Kochen von Kindes-beinen an gelernt und diese Leidenschaft wiederentdeckt, als du Samy auf seinen weltweiten Tourneen begleitet hast. Auf welche Qualifikationen setzt du heute bei deinen Mitarbeitern? Bei uns ist eine Kochausbildung für Köche keine Pflicht, wir haben auch ungelernte Köche. Kochen ist eine Leidenschaft. Wenn ich sehe, wie dieser junge Koch den Teig strei-chelt... nur kneten reicht nicht, dann wird das Brot nicht DIE Energie haben. Die Köche aus den Nenis in den 25hours-Hotels arbeiten ei-nen Monat bei uns in Wien, um die Küche und die Neni-Welt besser kennenzulernen. Unsere Servicekräfte sind alle ungelernt. Uns ist auch egal, ob sie dunkelhaarig oder blond, gepierct oder tätowiert sind. Allein die Aus-strahlung zählt. Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei dir aus? Wenn ich in Wien bin, bin ich täglich im Neni am Naschmarkt – rede mit den Köchen, wir besprechen und probieren den Tagesteller. Dann kommen auch meine Jungs dazu, wir re-den. Am Nachmittag bin ich meist im Tel Aviv Beach. Ich gehe auch in unsere Produktion, bin mit den Produktentwicklern im Gespräch. Im März 2016 wird wieder ein Kochbuch von mitarbeiterwege_starthilfe mir erscheinen. Auch das erfordert sehr viel Zeit. Aber die Arbeiten als Kochbuchautorin und Gastronomin ergänzen sich wunderbar. Vielen Dank für das Gespräch! Heike Sievers Haya Molcho, Ehefrau des Pantomimen Samy Molcho, betreibt mit ihren Söhnen die Restaurants ● Neni am Naschmarkt in Wien ● Tel Aviv Beach Bar in Wien ● Neni in den „25hours Hotel“s Berlin und Zürich ● ein Catering-Unternehmen und eine Feinkost- produktion für den Lebensmitteleinzelhandel Mitarbeiter: etwa 150 www.neni.at KONZEPT 3 Jahre Hospitality HR Award ... ... und über 23 Best-Practise-Beispiele später gibt es nun unser Buch dazu „Mit Menschen gewinnen“ Bestellen Sie das Buch schon heute zum Subskriptionspreis von 44 € zzgl. MwSt. unter p.dornacher@blmedien.de oder 089-370 60 271 Ridlerstr. 37, 80339 München Das Manager-Magazin für Hotel und Restaurant muc@blmedien.de, www.gastroinfoportal.de !Zum Nachlesen! !Zum Inspirieren lassen! !Den eigenen HR-Weg finden und leben! ab Herbst !


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