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Risikoampel

Risikoampel für Geflügelpest

Datum: Quelle: ZDG Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. | Ort: Hannover

Das ab sofort zur Verfügung stehende Tool bietet Landwirten gratis die Möglichkeit, die individuelle betriebliche Biosicherheit bewerten zu lassen, vor allem die zum Schutz vor Geflügelpest ergriffenen Maßnahmen. So können Betriebe noch besser Vorsorgemaßnahmen zum Schutz des eigenen Geflügelbestandes treffen, um Seuchenzüge wie 2016/17 zu vermeiden. Die fachliche Basis der Ampel lieferten 19 Experten aus Wissenschaft und Forschung, tierärztlicher und landwirtschaftlicher Praxis sowie Behördenvertreter aus ganz Deutschland.

„Die Risikoampel beinhaltet 100 Fragen, die den Bereichen Sicherung des Betriebs, Sicherung des Stalls und Arbeitsabläufe zugeordnet sind“, erklärt Projektleiterin Dr. Barbara Grabkowsky, Geschäftsführerin der an der Uni Vechta angesiedelten Transformationsstelle agrar Niedersachsen. Über ein Multiple-Choice-System beantworten Landwirte die Fragen, wobei das Tool in einem zweistufigen Verfahren automatisch bewertet, wie stark jeder Aspekt das Risiko eines Geflügelpesteintrags verringert oder erhöht. Das Ergebnis ist ein nach Ampelfarben visualisiertes Ergebnis, das Auskunft über die erreichte Risikoklasse gibt“. „In einer Optimierungsanalyse werden alle Risikofaktoren ihrer Bedeutung gemäß aufgelistet und konkrete Hinweise zur Umsetzung im Betrieb gegeben. Mit diesem Ampelsystem kann jeder Geflügelhalter regelmäßig überprüfen, ob das eigene Biosicherheitskonzept den Betrieb noch optimal schützt“, so die Projektleiterin.

Vorsorgen besser als Räumen

„Entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind Kosten im zweistelligen Millionenbereich entstanden,“ mahnte Robert Römer, QS Qualität und Sicherheit GmbH und Mitglied der Projektleitung. Ein Geflügelpestgeschehen wir 2016/2017 dürfe sich nicht wiederholen. Auch Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft und Vorsitzender des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, sieht einen Zugewinn für alle Beteiligten: „Die neue Biosicherheitsampel wird als eine Art Eigenkontrollsystem einen entscheidenden Beitrag zu optimierten Abläufen in Bezug auf die Biosicherheit in Geflügel haltenden Betrieben leisten. Sie wirkt permanent und in jedem Betrieb und ist damit viel effektiver, als jede behördliche Kontrolle es sein könnte. Und sie fordert zwei elementare Grundlagen für erfolgreiche Biosicherheit ein: Konsequenz und Disziplin.“

Grundlage der Risikoampel

Das Projekt „Geflügelpest-Risikoampel“ wurde von der Uni Vechta zusammen mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) durchgeführt. Mitarbeitende Partner im Projekt sind die QS Fachgesellschaft Geflügel GmbH, der Niedersächsische Geflügelwirtschaftsverband (NGW) sowie der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Die wissenschaftliche Basis für die Wichtung der Risikofaktoren erarbeitete ein Expertenpanel, das mit Fachleuten aus der Tierärztlichen Hochschule Hannover, dem Friedrich-Loeffler-Institut, der Niedersächsischen Tierseuchenkasse, dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), dem Veterinäramt des Landkreises Cloppenburg, der Task Force AI aus Baden-Württemberg, dem Landesverband der Bayerischen Geflügelwirtschaft e. V., verschiedenen Tierarztpraxen aus Deutschland, der Anicon Vorsorge GmbH und Praktikern der Branche besetzt ist. Finanziell unterstützt wurde das Projekt an der Uni Vechta von der QS Fachgesellschaft Geflügel GmbH und der Dr. Alhard von Burgsdorff-Stiftung.

Link zur Geflügelpest-Risikoampel: Die Benutzung ist gebührenfrei.

Marco Theimer / Fleischnet

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