Ernährungsindustrie

Positive Stimmung

Datum: 11.10.2018Quelle: Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) | Ort: Berlin

Die Ernährungsindustrie in Deutschland ist mit Umsatzwachstum ins zweite Halbjahr 2018 gestartet. Im Juli 2018 erwirtschaftete sie einen Umsatz von 14,8 Mrd. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 2 %. Werden die weiter gefallenen Verkaufspreise im Export sowie die stabile Verkaufspreisentwicklung im Inland berücksichtigt, zeigt sich im Vorjahresvergleich ein deutliches mengenmäßiges Plus von 2,5 %. Auch der heiße Sommer hierzulande scheint den Konsum angeheizt zu haben. Produktionseffekte waren dadurch nicht zu verzeichnen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank um 1,7 %. Das Exportgeschäft entwickelte sich im Juli 2018 mäßig. Insgesamt wurden Lebensmittel im Wert von 4,9 Mrd. Euro exportiert, 0,3 % mehr als im Vorjahresmonat.

Ausblick auf das Geschäftsklima

Der monatliche ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie. Im September 2018 trübte sich die Stimmung bei den Lebensmittelherstellern leicht ein. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage wie die Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr fielen schlechter aus als im Vorjahr. Auch die Ertragslage wurde weniger gut eingeschätzt als im Vorjahresmonat. Dennoch bleibt der Saldo des Geschäftsklimas positiv und die Unternehmen erwarten insgesamt sowohl eine positive Entwicklung für die Produktion, die Beschäftigung, die Verkaufspreise als auch den Export. An die überdurchschnittlich hohe Dynamik aus dem Vorjahr kann derzeit wohl nicht mehr angeknüpft werden.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Das Konsumklima zeigte sich im September 2018 bei 10,5 Punkten stabil. Die gestiegenen Konjunktur- und Einkommenserwartungen der Verbraucher halten den Index auf hohem Niveau. Nur die Anschaffungsneigung der Verbraucher sank im September leicht. Das Konsumklima notiert nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Den Konsum begünstigt auch der abnehmende Preisdruck bei den Lebenshaltungskosten. Dadurch wird der Konsum höherwertiger Lebensmittel attraktiver. Im August 2018 stiegen die allgemeinen Lebenshaltungskosten um 0,1 % im Vergleich zum Vormonat, die Lebensmittelpreise sanken um 0,3 %. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 2 %, die Lebensmittelpreise um 2,4 %.

Agrarrohstoffmärkte

Die Preisentwicklung an den Agrarrohstoffmärkten ist das Ergebnis von Angebots- und Nachfrageschwankungen. Preisvolatilitäten können auf witterungsbedingt wechselnde Ernteerträge oder auch auf Wechselkursschwankungen zurückgehen. Im August 2018 führte eine gute Angebotslage an den Weltmärkten zu stabilen Preisen. Der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel gab nur leicht um 0,2 % im Vergleich zum Vormonat nach. Damit notierte der Index 4,7 % unterhalb des Niveaus des Vorjahres. Die Rohstoffbeschaffung ist ein zentraler Kostenfaktor in der Lebensmittelproduktion. Steigende Rohstoffkosten belasten die Erträge der Unternehmen zusätzlich und wirken sich mittelfristig auf die Verbraucherpreise aus.

Die deutsche Ernährungsindustrie ist mit rund 595.506 Beschäftigten in 6.044 Betrieben der viertgrößte Industriezweig Deutschlands, zuverlässig versorgt sie 82 Mio. Verbraucher mit hochwertigen und preiswerten Lebensmitteln. Mit einer Exportquote von 33,5 % schätzen Kunden weltweit die Qualität deutscher Produkte. Die Branche ist klein- und mittelständisch geprägt: 90 % der Unternehmen zählen dem Mittelstand an. Weitere Informationen gibt es hier.

Marco Theimer / Fleischnet

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