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Lebensmittel

Lebensmittel-Studie: Der Wille ist da

Datum: 18.12.2018Quelle: ritterwerk, Fotos: Colourbox.de, ritterwerk | Ort: München

Im Dezember Erdbeeren aus Spanien? Eher die günstigen Eier aus Bodenhaltung anstatt der Bio-Eier vom Freiland? Wie viel Fleischkonsum ist moralisch vertretbar? Laut “Geschmackssache 2019”, der groß angelegten Studie des Hausgeräteherstellers ritterwerk unter mehr als 1.000 Deutschen, spricht das Gewissen beim Kauf von Lebensmitteln immer öfter ein Wörtchen mit.

LebensmittelDie Ergebnisse

45 % der Deutschen achten beim Kauf von Nahrungsmitteln auf die Inhaltsstoffe – was nicht nur gesundheitliche Gründe haben muss, sondern mit Blick auf das umstrittene Palmöl auch ethische. „Ernährung ist mehr als das Stillen eines Grundbedürfnisses. Essen und Ernährung sind heute untrennbar verbunden mit Fragen nach Werten und Normen. Wer heute von Lebensmitteln spricht, spricht automatisch über Moral, Ethik, Gesundheit, Haltung und Sinn“, erläutert Michael Schüller, Geschäftsführer von ritterwerk.

Heimische Wirtschaft

Wie die Studienergebnisse zeigen, ist es jedem zweiten Konsumenten in Deutschland wichtig, woher die Ware kommt. Wer pro Woche eine Ananas, eine Avocado oder andere exotische Früchte isst, verschlechtert seinen ökologischen Fußabdruck um gut 1,5 kg Kohlendioxid. Das entspricht etwa so viel CO2-Gehalt wie eine durchschnittliche Autofahrt auf 10 km verursacht.

Für knapp 80 % ist der Hauptgrund zu regional erzeugten Lebensmittel zu greifen, die Unterstützung der heimischen Wirtschaft. „Hier setzt ein Umdenken ein. In einer immer globalisierteren Welt mit kaum mehr nachvollziehbaren Warenströmen und Konzentrationsprozessen auf wenige Großhändler oder Versandplattformen, fragen sich Konsumenten zunehmend, wie sie durch ihr Einkaufsverhalten die lokale Wirtschaft vor Ort stärken können“, sagt Michael Schüller, dessen Unternehmen seit mehr als 100 Jahren „made in Germany“ produziert und ebenfalls von dieser Entwicklung profitiert. „Die Menschen sind bereit, für nachhaltig hergestellte Produkte tiefer in die Tasche zu greifen und auch für die Weiterverarbeitung der Lebensmittel mehr Geld und Zeit aufzuwenden.“

Moralische Dimension

70 % der Deutschen verbinden mit Bio mittlerweile nachhaltige Landwirtschaft, 68 % eine artgerechte Tierhaltung und 52 % Umweltschutz. „Verbraucher sehen beim Thema regionale Erzeugung und Bio-Lebensmittel ganz klar nicht nur eigene Vorteile in Sachen Geschmack oder Gesundheit. Vielmehr erkennen sie die moralische Dimension des Ganzen“, so Michael Schüller. 44 % kaufen etwa Ware am Stück, um Plastik-Verpackungsmaterial zu sparen und die Umwelt zu schonen.

Geschmacksache 2019 – Die Studie zu Craft Food, Bio- und regionalem Essen sowie Kaufverhalten in Deutschland führte der Panelanbieter respondi durch. Dabei wurden in einem bevölkerungsrepräsentativ quotierten Panel insgesamt 1.044 Konsumenten befragt. München, Hamburg und Berlin bildeten mit je mehr als 100 Befragten regionale Schwerpunkte.

Martina Kalus / Redaktion

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