Kükentöten

Kükentöten: Ende in Sicht

Datum: 08.11.2018Quelle: Inhalt: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Foto: Colourbox.de | Ort: Berlin

Rewe und Penny geben mit einem marktreifen Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei den Startschuss für ein Ende des massenhaften Kükentötens.

Pro Jahr werden in Deutschland ca. 45 Mio. männliche Küken getötet, die von Legehennenrassen stammen. Männliche Küken dieser Rassen legen keine Eier und setzen beim Mästen nicht genug Fleisch an. Aufgrund der hohen Kosten werden die sogenannten Bruderhähne oft nicht aufgezogen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat mit ca. 5 Mio. € die Entwicklung von einer marktreifen Methode gefördert, damit männliche Küken nicht erst ausgebrütet werden müssen.

Die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, stellte am 8. November 2018 mit Dr. Ludger Breloh, Seleggt-Geschäftsführer, und Jan Kunath, stellv. Vorstandsvorsitzender der ReweGroup, in Berlin das nun marktreife Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Brut-Ei vor: das Seleggt-Verfahren.

98 % Bestimmungsgenauigkeit

Dabei wird in die Schale des Brut-Eies mit Hilfe eines Lasers ein maximal 0,3 mm kleines Loch gebrannt. Darüber wird non-invasiv eine winzige Menge der Allantoisflüssigkeit entnommen. Das Innere wird dabei nicht berührt und bleibt unversehrt. Im nächsten Schritt wird die Allantoisflüssigkeit auf einen patentierten Marker außerhalb des Brut-Eies gegeben. Dieser zeigt durch Farbumschlag an, ob sich das geschlechtsspezifische Hormon Östronsulfat nachweisen lässt. Ist dies der Fall, entwickelt sich ein weibliches Küken. Nach der Geschlechtsbestimmung muss das Brut-Ei nicht verschlossen werden, da sich die innere Eimembran selbstständig zusammenzieht und das winzige Loch von innen verschließt. Am 21. Bruttag schlüpft dann ein weibliches Küken. Fehlt Östronsulfat, handelt es sich um ein männliches Brut-Ei, das aussortiert und zu Tierfutter weiter verarbeitet wird.

Markteinführung

In 223 Rewe- und Penny-Märkten in Berlin können Kunden nun die ersten Konsumeier kaufen, deren Legehennen als Brut-Ei das neue Verfahren durchlaufen haben.
Die Rewe Group plant für das kommende Jahr die nationale Markteinführung der „respeggt-Freiland-Eier“ auf alle rund 5.500 Rewe- und Penny-Märkte in Deutschland auszudehnen.

Parallel erarbeitet Seleggt ein Geschäftsmodell, um die Technik der Branche kostenneutral als Dienstleistung zur Verfügung zu stellen. Somit ist Deutschland Auftaktgeber der neuen Methode, die das Kükentöten in Brütereien beenden kann. Ab 2020 soll auch ersten Brütereien das patentrechtlich geschützte Verfahren zur Nutzung angeboten werden.

Martina Kalus

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