Angebot an der Fleischtheke

Konjunkturreport: Viel Angebot, niedrige Preise

Datum: 11.09.2018Quelle: BVE | Colourbox.de | Ort: Berlin

BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie: Gute Angebotslage auf den Weltmärkten führt zu Preisrückgang.

Die Ernährungsindustrie musste dem BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie zufolge im Juni 2018 wie schon im Vormonat Umsatzeinbußen hinnehmen. Der Branchenumsatz erreichte 15 Mrd. € und blieb damit 1,5 % hinter dem Vorjahresergebnis zurück.

Sinkende Preise im Ausland

Dabei entwickelten sich das Inlandsgeschäft sowie der Export gleichermaßen negativ. Besonders im Auslandsgeschäft drückten sinkende Verkaufspreise das Umsatzergebnis. Insgesamt wurden im Juni Lebensmittel im Wert von 4,9 Mrd. € exportiert, 3,9 % weniger als im Vorjahresmonat.

Im Inland erholten sich die Verkaufspreise nur mäßig, daher fiel das mengenmäßige Umsatzergebnis mit einem Minus von 1,5 % identisch zur wertmäßigen Entwicklung aus. Die Lebensmittelproduktion war leicht rückläufig, der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank um 0,5 % im Vergleich zum Vormonat.

Rohstoffe geben nach

Im August 2018 führte eine gute Angebotslage an den Weltmärkten zu einem Preisrückgang bei den Agrarrohstoffen. Der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel gab um 4,5 % im Vergleich zum Vormonat nach. Damit notierte der Index 10,2 % unterhalb des Vorjahresniveaus.

Erwartungen hoch

Der monatlich erscheinende ifo-Geschäftsklimaindex ist ein Indikator für die Stimmung und Erwartungen der Ernährungsindustrie. Im August 2018 zeigten sich die Lebensmittelhersteller weiterhin zuversichtlich. Das Geschäftsklima der Branche stieg um 2 Punkte an. Der positive Saldo lag jedoch leicht unter dem Vorjahresniveau.

Die gute Stimmung geht vor allem auf positive Erwartungen für die Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten zurück. So stiegen auch die Erwartungen an die Produktionspläne, die Beschäftigung, den Export und auch die Verkaufspreise. Nach Einschätzung der Unternehmen, wird jedoch das positive Vorjahresniveau in der Branchenkonjunktur nicht erreicht werden können.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Das Konsumklima gab im August 2018 mit 10,6 Punkten leicht nach. Die gestiegenen Konjunkturerwartungen der Verbraucher konnten die gesunkenen Einkommenserwartungen und die niedrigere Anschaffungsneigung nicht ausgleichen. Das Konsumklima sank damit auch unter das Vorjahresniveau.

Den Konsum begünstigte hingegen der abnehmende Preisdruck bei den Lebenshaltungskosten. Davon profitiert auch der Konsum höherwertiger Lebensmittel. Im Juli 2018 stiegen die allgemeinen Lebenshaltungskosten nur um 0,3 % im Vergleich zum Vormonat. Die Lebensmittelpreise sanken sogar um 0,4 %. Im Vorjahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 2 %, die Lebensmittelpreise um 2,5 %.

Christian Blümel / Fleischnet

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

BVE-Konjunkturreport Die deutsche Ernährungsindustrie setzte laut der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie im Februar 2018 ihren Wachstumstrend fo...
Preise hoch, Absatz mager Die Ernährungsindustrie erreichte im April 2017 einen Umsatz von 14 Mrd. €. Im Vergleich zum April 2016 ergibt sich ein Wachstum von 2,5 %. ...
BVE-Konjunkturreport Die Ernährungsindustrie erzielte im Dezember 2016 einen Umsatz von 15 Mrd. Euro. Der Zuwachs von +1,1 % gegenüber dem Vorjahr ist vor allem ...
Artikel mit Bildern drucken Artikel ohne Bilder drucken

Newsletter

Immer die aktuellsten Informationen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.
Zum Datenschutz