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Halal-Zertifikat

Halal-Zertifikat

Datum: 18.11.2019Quelle: Deutsche Messe Hannover | Ort: Hannover

Ein zentrales Thema auf der „Halal Hannover“ vom 6. bis 8. März 2020 werden Halal-Zertifikate sein. Bisher gibt es keine einheitliche Zertifizierung für islamkonforme Produkte – obwohl der Markt für muslimischen Lifestyle rasant wächst. Ohne ein anerkanntes Halal-Zertifikat ist der Export von Lebensmitteln oder Kosmetika in islamisch geprägte Staaten so gut wie unmöglich. In Deutschland und Österreich besitzen drei Zertifizierer eine Akkreditierung, in der Schweiz gibt es gar keinen.

In der Halal-Industrie geht es um weitaus mehr als den deutschen Markt. Es geht um lukrative Geschäfte mit inzwischen knapp 1,8 Mrd. Muslimen. Dazu bedarf es fachlicher Beratung und der Wahl des richtigen Zertifizierers. Neben so genannten „Moschee-Zertifikaten“, die nur im Inland akzeptiert werden, bieten seriöse Prüfer ihre Dienste an. Doch auch diese müssen sich ständig neu qualifizieren.

Eine Zertifizierung nach dem hohen Standard der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), der auch Hygienenormen der EU berücksichtigt, darf heute ein „Certification Body“ nur noch vornehmen, wenn er nach einem aufwändigen Verfahren, das zwei Jahre lang dauern kann, akkreditiert wird. Vom Golf werden dazu zu einem Bewerber mehrfach staatliche Kontrolleure ausgesandt, die stichprobenartig dessen Zertifikate in den Firmen vor Ort nachprüfen. Verlangt wird von den Emiraten diplomiertes Fachpersonal, das sowohl international anerkannte akademische Abschlüsse in der Lebensmittelchemie als auch in den Islamwissenschaften vorzuweisen hat.

Halal-Zertifikat gilt ein Jahr

Die IIDC Islamic Information, Documentation and Certification GmbH (iidc.eu) mit Niederlassungen in Österreich, Deutschland, Ungarn und Frankreich darf mit Ausnahme von Fleischprodukten auch in der Schweiz zertifizieren. Entsprechend zeit- und kostenaufwendig sind für die Produzenten die Zertifikate geworden. Ein Halal-Zertifikat ist ein Jahr lang gültig und muss dann erneuert werden. Dennoch kann nach den Worten von Günther Ahmed Rusznak, CEO von IIDC in Linz, kein Zertifizierer seinen Kunden eine weltweite Akzeptanz zu Füßen legen. IIDC wird auf der „Halal Hannover“ mit einem Messestand vertreten sein. Günther Ahmed Rusznak wird auch im Konferenzprogramm über die Bedeutung sowie unterschiedliche Standards bei der Halal-Zertifizierung referieren.

Nicht einmal 10 % der Produktionsmittel sind in Händen muslimischer Unternehmen. Der Konzern Nestlé ist der weltweit größte Produzent islamkonformer Nahrungsmittel. Viele seiner Fabriken sind halal-zertifiziert. Für die Zertifizierungen sind die einzelnen Landesvertretungen zuständig, die Zentrale in Vevey am Genfer See koordiniert lediglich den Warenaustausch. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in den deutschsprachigen Ländern verfügen im Gegensatz dazu nur über minimales Basiswissen und sind auf seriöse Beratung angewiesen. Weitere Informationen über die „Halal Hannover“ gibt es hier.

Marco Theimer / Fleischnet

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