Dirk Ludwig

„Der Ludwig“ ist klimaneutral

Datum: 11.10.2018Quelle: Der Ludwig | Ort: Schlüchtern

Den Kunden gutes Fleisch anbieten und zugleich das Klima schützen? Was für viele Metzger ein Widerspruch ist, nutzt Fleischsommelier Dirk Ludwig als Chance zu beweisen, dass das geht. Der Fleischermeister aus Osthessen macht den ersten Schritt in Richtung „grünes Unternehmen“ und erwirbt 1.050 Klimaschutzzertifikate. „Mir ist bewusst, dass die Fleischwirtschaft enorme Auswirkungen auf das Klima hat, deshalb möchte ich gerne mehr tun“, erklärt er. Damit ist seine Metzgerei eine der wenigen klimaneutralen Betriebe des Fleischerhandwerks bundesweit.

Eine gesunde Portion Neugier sowie das Gespür für Innovationen liegen ihm im Blut. Daher verwundert es nicht, dass er sich auch beim Thema Umweltschutz engagiert. Der Besuch eines Vortrags über das Kyoto-Protokoll gab ihm den entscheidenden Impuls, seine Metzgerei nachhaltiger zu machen. „Viele Unternehmen handeln kurzfristig, und der Profit steht im Fokus. In handwerklichen Betrieben denkt man ja eher in Generationen, deshalb ist es für uns wichtig, langfristig und nachhaltig etwas für die Umwelt zu tun“, sagt er. Zu seinen landwirtschaftlichen Erzeugern zählen überwiegend kleine bäuerliche Familienbetriebe aus Osthessen, Unterfranken und Niederbayern. So bleiben die Transportwege kurz und die Umwelt wird geschont.

Metzgerei auf grünem Kurs

Dirk Ludwig
Blick in die “Steakschaft”.

Durch die Investition in Klimaschutzzertifikate möchte der Fleischermeister den nächsten Schritt in Richtung mehr Umweltbewusstsein machen. Von externen Nachhaltigkeitsberatern der Fokus Zukunft GmbH & Co. KG ließ er die Treibhausgasemissionen seines Unternehmens erfassen und einen CO2-Fußabdruck erstellen. Dieser ist die Basis für die Messung, den Vergleich und die Bewertung der Einflüsse des Unternehmens auf das Klima. Ferner berücksichtigt er alle entstehenden Emissionen durch Rohstoffe, Produktion, Transport, Handel, Nutzung, Recycling und Entsorgung. Die Messwerte der Metzgerei Der Ludwig liegen bei ca. 525 t CO2-äquivalenten Schadstoffen pro Jahr. Zum Vergleich: Der Hin- und Rückflug einer Boeing 767 von Berlin nach New York kostet laut der Klimaschutzorganisation Atmosfair ca. 800 t CO2.

„Durch die 1.050 Klimaschutzzertifikate können wir unsere Emissionen für die Jahre 2019 und 2020 ausgleichen“ erklärt Dirk Ludwig. Auch sein Firmensitz wird seit einigen Jahren durch Systeme zur Energierückgewinnung und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zum großen Teil mit umweltfreundlicher Energie versorgt. Zudem testet er derzeit umweltschonende Verpackungsmaterialen aus Stroh für den Online-Shop.

Mit dem Erwerb der Klimaschutzzertifikate unterstützt die Metzgerei ein Projekt für Sonnenenergie in Indien und trägt so nicht nur zur Verbesserung der ökonomischen, sozialen und ökologischen Situation in Entwicklungs- und Schwellenländern bei, sondern hilft den Vereinten Nationen auch bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele. „Uns ist es wichtig, hier grundsätzlich aktiv zu werden und mit gutem Beispiel voranzugehen –auch kleine Schritte zählen“, so Dirk Ludwig.

Marco Theimer / Fleischnet

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