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Geflügelbranche

Brasilien investiert

Datum: 02.02019Quelle: Brasilianische Vereinigung für Tierisches Protein (ABPA) | Ort: Faria Lima/BRA

Die brasilianische Geflügelbranche wächst weiter. Begleitet wird die Entwicklung von erheblichen Investitionen, um die höchsten Qualitätsstandards in der gesamten Fleischbranche durchzusetzen. Nach wie vor ist Brasilien der größte Geflügelfleisch-Exporteur weltweit. Brasilianische Geflügelprodukte werden über 160 Länder exportiert. 2018 führte das Land 4,1 Mio. t Geflügelfleisch im Wert von 6,5 Mrd. US-Dollar aus. So konnte die fehlende Menge auf dem europäischen Markt ausgeglichen werden. Europa kann seinen Eigenbedarf an Geflügelprodukten nicht selbst decken. Dabei besteht kein Risiko einer Überflutung des EU-Marktes: Für jedes Land, mit dem Brasilien Handel treibt, wurden strikte Exportquoten festgelegt.

Mit den Investitionen will die brasilianische Vereinigung für Tierisches Protein (ABPA) beweisen, wie sehr sie sich der Einführung strengster internationaler Qualitätsstandards verpflichtet sieht. In einem ersten Schritt fand durch die ABPA eine Analyse an den Standorten der Geflügelbranche statt. Dabei wurden sowohl Lebensmittelsicherheit und Nachhaltigkeit (Energiemanagement & Transport) als auch Tiergesundheit und Tierwohl berücksichtigt. Diese Aspekte sind wesentliche Punkte im fortlaufenden Entwicklungsplan der ABPA.

Ergebnisse von Standort-Analysen

Die ABPA stellte fest, dass die Tiere zumeist in optimal temperierten Ställen mit viel Tageslicht aufgezogen werden, genug Bewegungsfreiheit haben und nährstoffreiches Futter erhalten. Zudem beobachtete die Vereinigung, dass die Zuchtbetriebe solide Bio-Sicherheitsmaßnahmen eingeführt haben und sowohl veterinärdienstlich als auch technisch gut unterstützt werden. Ein geringer Energieverbrauch hat in allen Geflügelbetrieben Priorität. Aufgrund der guten klimatischen Bedingungen müssen die Landwirte ihre Ställe nicht heizen. Die Betriebe setzen Bio-Energie ein, die aus Neuanpflanzungen und nicht etwa aus den Amazonas-Wäldern stammt. Zudem nutzen sie Strom aus sauberen Wasserkraftanlagen. Gefüttert wird das Geflügel mit Soja und Mais. Beides wird zumeist in der Nähe der Geflügelhöfe angebaut.

Für die Lebensmittelsicherheit bestehen hohe Standards. Die Betriebe der Geflügelbranche arbeiten nach HACCP-Protokollen. Mit internen Kontrollen, die mehrmals im Jahr überprüft werden, stellen sie sicher, dass das vermarktete Geflügel eine hohe Qualität aufweist, lückenlos rückverfolgt werden kann und EU-Standards entspricht. Außerdem stellt die branchenübergreifende Kooperation zwischen familiengeführten Betrieben und Unternehmen der Agrarindustrie einen signifikanten Beitrag zur kommunalen Entwicklung dar – sowohl bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze als auch hinsichtlich der Einkommen. Daher kommt die Geflügelzucht auch der Gesellschaft zugute.

Wissenschaftlicher Ausschuss

Die ABPA beabsichtigt, in der Branche Qualitätsmaßstäbe zu setzen. Dazu hat sie einen Plan erstellt, dessen nächste Phase darin besteht, einen beratenden wissenschaftlichen Ausschuss einzusetzen. Ihm sollen drei unabhängige Experten aus der EU und ein Brasilianer angehören.
Der Ausschuss wird sich aus Experten verschiedener Sektoren wie Lebensmittelsicherheit (mit Schwerpunkt Qualität und Rückverfolgbarkeit), Umwelt, Tiergesundheit und Tierwohl zusammensetzen. Auch wenn diese Initiative vom Branchenverband ABPA ausgeht, soll der Ausschuss die brasilianische Geflügelbranche als unabhängige Stimme bewerten.

Weitere Infos: Der Geflügelfleischsektor ist ein wichtiger Teil der brasilianischen Landwirtschaft. Der überwiegende Teil der 13.058 Mio. t Geflügel, die jährlich produziert werden, stammt aus familiengeführten Betrieben. Die Zuchtbetriebe sind Teil der Produktionskette rund um 45 Genossenschaften und Unternehmen, die für Verkauf und Promotion der Geflügelproduktion zuständig sind. Der Geflügelsektor schafft 4,1 Mio. direkte und indirekte Arbeitsplätze.

Marco Theimer / Fleischnet

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