Die Deutschen lieben exotische Aromen.

Aromen: Die Exoten kommen

Quelle: Foto: Colourbox.de | Mintel Deutschland | Ort: Düsseldorf

Von exotischen Gewürzmischungen bis zu einer ganz neuen Geschmacksrichtung: Welche Aromen und Aufstriche haben in Deutschland Zukunftspotenzial?

Gewürzmischungen machen internationale Aromen für den Normalverbraucher zugänglicher und erlauben es ihnen, auf eine relativ einfache Art mit internationalen Geschmäckern zu experimentieren. Und die Deutschen experimentieren gern: Über die Hälfte der Deutschen (54 %) geben laut einer Untersuchung der Datensammler Mintel an, dass sie von fremden Küchen inspirierte Geschmäcker mögen, 41 % der Deutschen hätten gerne eine größere Auswahl an ethnischen Gewürzmischungen.

Berbere, Ras el Hanout, Togarashi

Melanie Zanoza Bartelme, Global Food Analyst bei Mintel, gibt eine Einschätzung, welche Gewürzmischungen bald an Beliebtheit gewinnen werden: „Berbere ist eine äthiopische Gewürzmischung. Sie enthält unter anderem Ingwer, Basilikum, Chilischoten und Knoblauch. Diese Allzweckmischung wird beispielsweise in Eintöpfen genutzt und um Rind, Huhn, Linsen und Auberginen das gewisse extra zu verleihen.

Ras el Hanout ist eine weitere Gewürzmischung mit Wachstumschancen, die ursprünglich aus Nordafrika stammt. Sie enthält Gewürze wie Kardamom, Kreuzkümmel und Ingwer. Togarashi ist eine gebräuchliche Gewürzmischung in der japanischen Küche und wird normalerweise Suppen und Proteinen zugesetzt. Die Chancen stehen gut, dass wir diese Gewürze bald häufiger sehen werden – in der Gastronomie und im Handel.”

Exotische Aufstriche

Exotische Dips und Aufstriche bieten ebenfalls einen einfachen und wenig riskanten Einstieg in die Geschmäcker anderer Kulturen. Dieses Format kann Verbrauchern das Vertrauen geben, etwas Neues auszuprobieren. 42 % der Deutschen mögen z. B. die Kombination aus einem ungewöhnlichen und einem gewohnten Geschmack. Über zwei Drittel (77 %) der Deutschen haben Interesse an traditionellen Aufstrichen aus aller Welt. Fast die Hälfte (45 %) der deutschen Verbraucher will generell mehr Produkte, die authentische, internationale Geschmacksrichtungen aufweisen.

Achaar, Muhammara, Toum

Dazu Melanie Zanoza Bartelme: „Ein bisher weniger bekannter Aufstrich mit großer Zukunft ist Achaar, ein indischer Dip, der aus verschiedenen eingelegten Gemüsen, Gewürzen und Öl hergestellt wird. Muhammara, ein kräftiger Peperoni-Dip, der in der syrischen und türkischen Küche verbreitet ist, könnte ebenfalls das Bedürfnis nach ungewöhnlichen uns internationalen Aufstrichen stillen. Muhammara bietet sowohl intensive Farbe als auch Geschmack und wird aus Paprika, Walnüssen, Öl, Zitrone und verschiedenen Gewürzen hergestellt. Der libanesische Toum, eine cremige Dip-Sauce mit Salz, Zitronensaft, Öl und Knoblauch könnte in Deutschland ebenfalls auf großes Interesse stoßen.“

Ein neuer Geschmack

Umami, der sogenannte fünfte Geschmack, ist in den letzten Jahren zunehmend ins Scheinwerferlicht getreten. Verbraucher sind mit Umami relativ vertraut und wissen, dass Umami vor allem in Lebensmitteln wie Tomaten, Fleisch und Soja vorkommt. Umamis kleine Schwester Kokumi ist jedoch noch nicht im Mainstream angekommen.

„Kokumi, was im Japanischen köstlich bedeutet, ist gekennzeichnet durch Ausgewogenheit und Harmonie – eine Geschmacksnote, die individuelle Geschmacksnoten vereint. Kokumi ist mit Aromen verbunden, die durch langsames Kochen, Altern und Reifung erreicht werden, und kann als herzhaft und komplex beschrieben werden“, erklärt die Lebensmittel-Analystin.

Die Untersuchung basiert auf einer Datenbank weltweiter Produktneueinführungen (GNPD) und Verbraucherumfragen von Mintel. Letztere erheben Stichproben von mindestens 1.000 Verbrauchern (16 Jahre und älter) in Deutschland.

Christian Blümel / Fleischnet

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