Akademie Fresenius

Akademie Fresenius: 10. Praktikertreffen

Datum: Quelle: Die Akademie Fresenius GmbH Ort: Dortmund

Beim 10. Praktikertreffen der Akademie Fresenius beschäftigten sich Referenten und Besucher in Köln mit aktuellen Herausforderungen. Die Palette reichte von Allergen-Management bis Zulassungsfragen. Die Sicherung einer gleichbleibenden einwandfreien Produktqualität bleibt für Unternehmen eine ständige Aufgabe, die durch neue Herausforderungen immer wieder auf die Probe gestellt wird. So lautet das Fazit des Treffens.

„Die Sicherstellung der Qualität hört nie auf!“. So lautete das Schlusswort des Lebensmitteltechnologen Norbert Kolb, Manager Qualitätssicherung bei Worlée Naturprodukte. Er erläuterte, wie sein Unternehmen mit gezielten Risikobewertungen und Wirksamkeitskontrollen die Qualität aller Produkte entlang der gesamten Supply Chain sicherstellt. Das war einer von vielen Praxisberichten. So schilderte Marco Tesche die Überwachungsprozesse in den McDonald´s-Restaurants. Jürgen Schlösser beschrieb die Praxis der Probennahme gemäß DIN EN ISO-Normen bei Dr. August Oetker Nahrungsmittel. Hajo Rabe gab einen Einblick ins Allergenmanagement des Geschmackstoffherstellers Symrise (Holzminden). Britta Gallus stellte das Konzept „ProTrace“ vor, mit dem der Metro-Konzern Kunden Transparenz über die Produkte, deren Ursprung und die Verarbeitung gibt. Via Handy können die Kunden einen Barcode auf dem Produkt scannen und erhalten sofort Infos über die Herkunft. Im Fischbereich tragen bei Metro über 90 % der Produkte das ProTrace-Label.

Warnwerte der DGHM & Leitsätze des Lebensmittelbuchs

Martin Holle, Lebensmittelrechtler und Professor an der der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, ist Mitglied der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission. Im Vortrag diskutierte er die rechtliche Bedeutung und praktische Relevanz der Warnwerte der DGHM (Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie) und der Leitsätze des deutschen Lebensmittelbuchs. Diese Leitsätze haben keine rechtliche Verbindlichkeit. Dennoch können auch sie als „soft laws“ hohe „faktische Wirkung“ entfalten. In diesem Sinne seien sie weder „law“ noch „soft“: Richtwerte könnten als ein Indikator für die Verletzung von Sorgfaltspflichten im Bereich der Lebensmittelhygiene dienen. Vor Gericht sei die Bedeutung von DGHM-Warnwerten und den Leitsätzen des Lebensmittelbuchs aber unterschiedlich. Während die Rechtsprechung den Leitsätzen einen hohen Beweiswert zuspreche, spielten die DGHM-Warnwerte in juristischen Verfahren dagegen keine Rolle.

Task Force zur Betriebskontrolle?

Michael Lendle, Berater bei AFC Risk & Crisis Consult, gab Tipps für das richtige Verhalten bei plötzlichen Betriebskontrollen. Er rät dazu, frühzeitig auf Behörden zuzugehen und das eigene Risikomanagement umfassend zu erklären: „Legen Sie Ihre Einzelmaßnahmen offen und erklären Sie die Wirkungsweise“. Umfassende Kommunikation sei ebenso entscheidend wie die Annahme von Kritik. Der Berater mahnte Empfehlungen der Behörden ernst zu nehmen und einen Maßnahmenplan abzuleiten. Dann gelte es Korrekturmaßnahmen detailliert zu erläutern.
Die Tagungsunterlagen mit den Skripten aller Vorträge der Konferenz können kostenpflichtig bei der Akademie Fresenius bezogen werden. Hier geht es zur Homepage.

Marco Theimer / Fleischnet

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