Die Kraft der drei Herzen

Quelle: Dänischer Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft Ort: Kopenhagen

Deutschland debattiert, Dänemark handelt: Während hierzulande teils heftige Diskussionen um staatliche Tierschutzlabel und diverse Initiativen für Tierwohl geführt werden, machen unsere nördlichen Nachbarn Nägel mit Köpfen. Im Mai 2017 wird das vom dänischen Staat, dem Lebensmitteleinzelhandel und dem Dänischen Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft entwickelte Tierwohlsiegel „Bedre Dyrevelfærd“ (Besseres Tierwohl) zunächst für Schweinefleisch eingeführt. Eine klare Kennzeichnung mit Herzen soll den Tierschutz in dänischen Schweineställen verbessern sowie den Konsumenten mehr Transparenz liefern. Das Siegel soll später auf andere Fleischsorten ausgeweitet werden.

 

Marktgetriebener Tierschutz

Viele Konsumenten sind bereit, für mehr Tierwohl einen Mehrpreis zu zahlen. Dies wird dänischen Verbrauchern künftig durch die neue Tierwohlkennzeichnung erleichtert. Gleichzeitig sollen Schweineproduzenten ermutigt werden, verstärkt in den Tierschutz zu investieren. Und der Lebensmitteleinzelhandel kann so den Wünschen seiner Kunden in höherem Maß entgegenkommen. Auf dem vom damaligen Lebensmittelminister Dan Jørgensen einberufenen Tierwohlgipfel 2014 hatten Vertreter des Einzelhandels, der Landwirtschaft, Tierärzte, Tierschutz- und Verbraucherverbände folgendes 7-Punkte-Programm beschlossen:

 

• Höhere Überlebensrate für Ferkel

Verbesserung der Ferkelüberlebensraten – spätestens 2020 um ein Ferkel pro Wurf.

 

• Gruppen- bzw. Freilaufhaltung aller Sauen

Freilaufhaltung in Abferkelställen spätestens 2020 für mindestens 10 % der Sauen.

 

• Ende der Ferkelkastration

Ferkelkastration ohne Betäubung soll spätestens 2018 der Vergangenheit angehören.

 

• Weniger schwanzkupierte Ferkel

Markante Reduzierung der Anzahl von schwanzkupierten Ferkeln.

 

• Verstärkter Einsatz gegen Magengeschwüre bei Sauen und Mastschweinen

Fälle von Magengeschwüren sollen u. a. durch verstärkte Gesundheitskontrolle reduziert werden.

 

Fokus auf neue Stallsysteme zur Verbesserung des Tierwohls

Vorhaben zur Entwicklung von nachhaltigen/umweltverträglichen Haltungssystemen wird um den Fokusbereich Tierschutz erweitert.

 

• Mehr Angebotsvielfalt bei Tierwohl-Produkten

Fleischbranche und Einzelhandel tragen durch vermehrte Aufklärung und erweitertes Angebot an Tierwohl-Produkten zur weiteren Änderung des Konsumverhaltens bei.

 

Je nach Umfang der Tierwohlverbesserungen operiert das Siegel mit einem bis drei Herzen. Bereits die Grundstufe (1 Herz) der freiwilligen Kennzeichnung geht über die Anforderungen der EU- und der dänischen Gesetzesvorgaben hinaus. Dies gilt z. B. für die Freilaufhaltung aller Sauen, ungekürzte Schwänze und Einstreu. 2 Herzen beinhalten mehr Platz und mehr Stroh, 3 Herzen nochmals mehr Platz und Stroh, Abferkeln im Freiland sowie Auslauf ins Freie. www.fachinfo-schwein.de

 

 

Foto: Colourbox.de

Fleischnet / Fleischnet

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