Klimaziele in weiter Ferne

Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung Ort: Berlin

Die 20 weltweit größten Fleisch- und Milchkonzerne verursachen mit 932 Mio. t Kohlendioxid (CO2) pro Jahr 30 Mio. t mehr Emissionen als Deutschland, der viertgrößte Industriestaat der Welt. Das ist einem aktuellen gemeinsamen Datenblatt der Heinrich-Böll-Stiftung, des Institute for Agriculture & Trade Policy und der Organisation Grain zum ökologischen Fußabdruck der globalen Fleisch- und Milchindustrie zu entnehmen.

 

Auch im Vergleich mit den großen Energie- und Öl-Konzernen wird die klimaschädliche Wirkung der Tierindustrie deutlich: Die Top 5 der Fleisch- und Milch-Riesen verursachen mit 578 Mio. t CO2/Jahr zusammen mehr Treibhausgase als die Öl-Riesen ExxonMobil (577 Mio. t) oder BP (448 Mio. t).

 

Barbara Unmüßig, Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung: „Das weltweit prognostizierte Wachstum der industriellen Tierhaltung hebelt das 1,5- und sogar das 2-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens aus. Alleine die prognostizierten CO2-Emissionen der Fleisch- und Milchindustrie im Jahr 2050 würden rund 81 % der in einem 1,5-Grad-Ziel erlaubten Emissionen entsprechen.“ Die Pariser Klimaziele seien nur mit einer globalen sozialen und ökologischen Agrarwende zu erreichen.

 

Dass die neue Bundesregierung diese Agrarwende endlich einleiten müsse, darüber existiere in Deutschland mittlerweile ein gesellschaftlicher Konsens. Inzwischen seien über 80 % der Menschen in der Bundesrepublik bereit, für bessere und nachhaltigere Tierhaltung höhere Preise zu zahlen. Die Existenz von Bauern, die zeigen, wie eine nachhaltige Landwirtschaft funktioniert, dürfe nicht weiter durch eine zerstörerische Form der Agrarindustrie bedroht werden.

 

In der Reihe „Fleischatlas“ hat sich die parteinahe Stiftung der Grünen mehrfach mit den globalen und lokalen Dimensionen des Klimawandels sowie der industriellen Fleisch- und Lebensmittelproduktion befasst. Der „Konzernatlas 2017“ beleuchtet die globalen Machtstrukturen der Agrar- und Ernährungsindustrie. Die Publikationen sind kostenlos bei der Heinrich-Böll-Stiftung bestellbar. www.boell.de

 

 

Foto: Heinrich-Böll-Stiftung

Fleischnet / Fleischnet

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