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München, Gv-net. Die deutsche Ernährungsindustrie hofft, daß die neue Bundesregierung den Verbrauchern “mehr Geld für Konsumausgaben läßt”. Die Inlandsnachfrage nach Lebensmitteln ist nämlich 1997 real um 0,9 Prozent gesunken und im ersten Halbjahr 1998 weiter zurückgegangen. Das betonte die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, Sabine Eichner Lisboa, Fachmesse Imega 98. Nicht mehr der Lebensmittelhandel, sondern Gastronomie und Hotellerie sind die neuen Schwerpunkte der Messe.
Umworben wird diesmal besonders die sogenannte “Junge Gastronomie”, die bereits etwa 18 Prozent des deutschen Gastgewerbes ausmache und 30 Prozent des Branchenumsatzes erreiche. 120 der 744 Aussteller aus 15 Ländern seien voll auf junge Gastronomen eingestellt, sagte Karl-Dieter Demisch, Geschäftsführer der Messe München GmbH. Das zeigt sich auch bei Produktneuheiten wie dem “Fusel”, einem alcoholic lemon drink oder einer englischen Getränkeneuheit mit schwebenden Gelatinekügelchen.

Gen-Technologie wird auf der Messe ausgespart. Dieses Thema sei durch die Kennzeichnungspflicht praktisch abgehakt, sagte Sabine Lisboa. Ludwig Hagn, der Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (BHG), hält das Gen-Thema für “drittrangig” und betonte, sogar Begriffe wie Ökobier kämen nicht an.

Nach einer Rechnung der CMA gaben die Verbraucher 1997 rund 124 Mrd. DM für Essen in Gaststätten und Restaurants, Hotels, Kantinen und Imbißstuben aus. Das bedeute gegenüber 1996 eine Abnahme von 5,3 Prozent. Im längerfristigen Vergleich zu 1991 ergebe sich allerdings noch ein Plus von 17 Prozent. Die größten 90 deutschen Gastronomieunternehmen hätten 1997 den Umsatz um real 4 Prozent gesteigert und diese Tendenz gelte auch für 1998.

Die Ernährungsindustrie spüre weiter die Macht des Handels. An den 10 großen Lebensmittel-Einzelhändlern, die über 81 Prozent des Umsatzes der Branche auf sich vereinigen, komme kein Hersteller vorbei. Zu den Handels-Giganten zählen Rewe, Metro, Edeka, Aldi und Spar. Die Ernährungsindustrie ist nach wie vor mittelständisch strukturiert. Insgesamt beschäftigten die 5930 Betriebe der Branche im ersten Halbjahr 1998 fast 540000 Mitarbeiter. Die Zahl der Betriebe ging zur gleichen Vorjahreszeit um 214 zurück und die Beschäftigtenzahl um 11000, was auf eine leichte Tendenz zu Zusammenschlüssen von Unternehmen zurückzuführen sei.

Fleischnet / Fleischnet

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