Bio-Krieg auf der Wiesn?

Quelle: Metzger-Innung München/Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ Ort: München

Seit der Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt die Neuordnung der Bio-Punkte auf der Wiesn und anderen Münchner Jahrmärkten beschlossen hat und damit weitgehend einem Vorschlag von Bürgermeister und Wiesnchef Josef Schmid (CSU) folgte, gärt es in Politik, Wirtschaft und nicht zuletzt auf der Wiesn.

 

Getreu der Devise „Regional ist das neue Bio“ kommen Produkte aus regionaler Herstellung nun bei der Bewertung generell besser weg – egal ob bio oder nicht. Was Folgen hat für zukünftige Wiesn-Bewerbungen, denn die Bio-Punkte fließen maßgeblich in den Kriterienkatalog zur Zulassung als Wiesnwirt auf dem größten Volksfest der Welt ein. Während die Metzger-Innung München den Vorstoß des Wiesnchefs begrüßt, sieht das Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ darin eine „dreifache Rolle rückwärts“.

 

Die Metzger-Innung München wendet sich in einer Pressemitteilung „gegen den Eindruck, dass Fleisch ohne Bio-Siegel grundsätzlich von minderer Qualität ist“. Die aktuelle Debatte könne zur Verunsicherung der Verbraucher führen. „Die Nachfrage nach Produkten von kleinen bäuerlichen Betrieben aus der Region ist auch in der Großstadt München sehr hoch. Aber die Leute schauen auch auf’s Geld. Nicht jeder kann sich sehr teures Bio-Fleisch leisten. Kunden, die auf das staatliche bayerische Regional-Siegel vertrauen, erhalten ebenfalls eine hohe Qualität“, erklärt Andreas Gaßner, Obermeister der Innung. Er ergänzt: „Auf dem Oktoberfest werden große Mengen an Fleisch und Fleischereiprodukten nachgefragt, die aus Bio-Produktion allein nicht gedeckt werden können. Die Metzgerei-Innung München unterstützt daher die Stadtratsvorlage von Bürgermeister Schmid.“

 

Das Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ hält dagegen nichts vom Schmid-Vorstoß. Die Verwendung von konventionellen Produkten aus Bayern mit dem Siegel „Qualität aus Bayern“ zu belohnen, werde dem Bio-Engagement auf der Wiesn und weiteren Münchner Jahrmärkten den Garaus machen – „eine dreifache Rolle rückwärts.“

 

Nicht einmal der Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln sei ausgeschlossen, auch für z. B. Hendl aus bayerischer Massentierhaltung gebe es künftig Öko-Punkte. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass Hendl und Haxen aus bayerischer Massentierhaltung auf den Tellern landen. Die Vorlage werde dazu führen, dass das Angebot von Bio-Produkten auf Münchens Volksfesten und Märkten abnimmt.

 

„Ein Skandal angesichts des ausdrücklichen Wunsches von Münchens Bürgern nach mehr Produkten aus artgerechter Tierhaltung und der Tatsache, dass mehr Bio erwiesenermaßen problemlos machbar und finanzierbar ist“, sagt Stephanie Weigel, Sprecherin des Aktionsbündnisses „Artgerechtes München“.

 

 

Foto: Colourbox.de

Fleischnet / Fleischnet

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