Die Zahlen hat CFS zum Anlass genommen, sich auf einer Inhouse-Tagung dem Thema Öffnungsverhalten von Convenience-Verpackungen ausführlich zu widmen. Und rund 60 Verpackungs- und Betriebsleiter aus dem deutschsprachigen Raum sind der Einladung gefolgt.
„Die einzelnen Elemente einer Verpackung müssen optimal aufeinander abgestimmt sein", verdeutlicht Klaus Meyer, Produktmanager Thermoformer bei CFS Germany GmbH, anlässlich der alljährlich stattfindenden Verpackungstagung. Was dabei zu beachten ist, wurde in der Niederlassung Wallau in Theorie und Praxis vorgestellt. Ein Schwerpunkt galt dem Thema Folien. Hiersind die unterschiedlichen Einflussfaktoren der Kunststofffolie auf peelbare Verpackungen, Folien für Mikrowellenanwendungen sowie der Stand der Technik bei Biokunststoffen in den Vorträgen erläutert bzw. vorgestellt worden.
Öffnen mit Peel
Viele Untersuchungen zeigen, dass viele Verbraucher Schwierigkeiten mit dem Öffnungsmechanismus haben, der nicht richtig funktioniert. Es wird zu viel Kraft beim Öffnen benötigt, die Peelecke ist nicht zu finden oder die Schrift schlecht lesbar. In einem Vortrag wurden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Öffnungsverhalten mit Peel funktioniert, welche Materialien für Trägerbahnen und Siegelmedium geeignet sind und welche Einflussfaktoren Verpackungsmaschinen auf die Folien haben.
Wiederverschluss im Fokus
Der Markt fordert Wiederverschlusssysteme. Mit besonderer Spannung erwarteten die Teilnehmer, überwiegend Erzeuger von Käse-, Fleisch-und Wurstwaren, deswegen den Kostenvergleich von Wiederverschlusssystemen. Neben den verschiedenen Ausführungsmöglichkeiten und den entsprechenden maschinentechnischen Lösungen standen in diesem Vortrag vor allem die tatsächlichen betriebswirtschaftlichen Kosten im Mittelpunkt, die bei einer Entscheidung fürdie Technik entstehen.
Abgerundet wurden die Vorträge durch praktische Demonstrationen beispielsweise zum Thema Einflussfaktoren von Maschinenparametern auf die Peelfähigkeit einer Verpackung. Die Einführung ins Thema gab Dipl. Ing. Andrea Liebmann vom Fraunhofer-Anwendungszentrum für Verarbeitungsmaschinen und Verpackungstechnik in Dresden. Ihr Spezialgebiet sind Siegelprozesse, d. h. das sichere Verschließen und leichte Öffnen vonSiegelnähten. Sie referierte zum Thema 'Easy Opening - Öffnungskräfte anpeelbaren Verpackungen bestimmen, bewerten und optimieren'.
Demographischer Wandel
Peelbare Verpackungen werden besonders bei Molkereiprodukten, Fleisch- und Wurstwaren, Cerealien, Kaffeeprodukten,Tiernahrung, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie bei Kosmetika und pharmazeutischen Produkten eingesetzt. Peelbare Siegelnähte erlauben dem Verbraucher, Verpackungen ohne Hilfsmittel und ohne Kraftaufwand von Hand durch Aufschälen zu öffnen. Das jeweilige Öffnungsverhalten spielt für die Produktakzeptanz des Kunden eine wesentliche Rolle. Die Alterstruktur in Deutschland wandelt sich drastisch. Während im Jahr 2010 jeder Vierte zur Altersgruppe 60+ zählt, wird es im Jahr 2030 schon jeder Dritte sein. Und nicht nur ältere Verbraucher wünschen sich leicht zu öffnende Packungen sowie eine saubere und bequeme Produktentnahme...
Welche Öffnungskräfte als verbraucherfreundlich bewertetwerden, hängt in hohem Maße von der Ausführung der Verpackung ab. Hier spielen u. a. die Größe der Aufreißlasche und die Ausführung der Siegelnaht eine wichtige Rolle. Möglichkeiten des Prüfens von Öffnungskräften mit der Hilfe von (subjektiven) Probanden oder mit (objektiven) Zugprüfmaschinen, Prüfmethoden bei formstabilen und flexiblen Packmitteln, verbindliche Richtwerte sowie der Einflussfaktor der Peelliniewurden weiter beleuchtet. Den Abschluss bildete ein Blick auf das europäische Normungsgeschehen, das bei der Gestaltung einer Verpackung immer im Blick bleiben muss. Informationen rund um Forschungs- und Normungsprojekte sowie die Dienstleistungen des Institutes zum Themenkomplexgibt das Internet. Unter www.easy-opening.com werden die unterschiedlichsten Gestaltungskriterien, die das Öffnungsverhalten einer peelbaren Verpackung beeinflussen, wissenschaftlich verständlich aufgearbeitet.
Easy Peel bei Mikrowellenanwendungen
„Die Anzahl der Single-Haushalte steigt. Mahlzeiten werden innerhalb der Familie oft nicht mehr gemeinsam eingenommen", so Eckhard Käferlein, Produktmanager Packaging Materials & Packaging Systems,CFS Kempten GmbH. Ob Döner oder Veggie-Burger, tief gefrorener Fisch auf einem Soßenbett oder Tapas: Alle Mahlzeiten können portionsweise schnell und einfachin der Mikrowelle zubereitet, unkompliziert geöffnet und gegessen werden.
In seinem Vortrag stellte er die umfangreiche CFS-Produktpalette peelfähiger Folien für die unterschiedlichsten Mikrowellenanwendungen vor. Die Anforderungen an Unterbahn- und Oberbahnfoliensind immer ähnlich: Packungs- und Produktsicherheit, perfekte Produktpräsentation sowie Temperatur- und Formbeständigkeit stehen u. a. im Mittelpunkt. Sie ermöglichen Auftauen, Wiedererwärmen, Garen sowie Backen in der Mikrowelle. Selbstverständlich entsprechen die peelfähigen Mikrowellenmaterialien den HACCP-Richtlinien und sind für den direkten Lebensmittelkontakt unter Wärmebehandlung zugelassen.
Schlussbemerkung
Ein großer Teil der anwesenden Verpackungs- und Betriebsleiter beschäftigt sich zurzeit mit dem Thema Wiederverschlusssysteme. Sie sichern Marktanteile, die unter Umständen sogar gesteigert werden können. Bei der Einführung gilt: Der Marketing- und der Kostenplan müssen in Einklanggebracht werden, um die beste Lösung fürs Unternehmen zu realisieren. Dann steht einem Erfolg am Markt nicht mehr im Wege.