Die Zentrale der Feinkost-Metzgerei Nolle steht seit 1956 in der Neu Isenburger Lessingstraße. Hier befindet sich auch die Produktion fuer das Hauptgeschaeft im Erdgeschoss, die zwei Filialen sowie den Grosshandel und fuer den hauseigenen Partyservice. Seit 2003 fuehrt Fleischermeister Peter Nolle den 1929 gegruendeten Traditionsbetrieb zusammen mit seinem Vater Alfons, der das Neu-Isenburger Geschaeft Anfang der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts von seinem Vater Hans uebernommen hatte. Mitte der Neunziger kamen zwei Filialen in Sprendlingen und Frankfurt hinzu.
„Diese Struktur ist typisch fuer viele gewachsene Betriebe“, beschreibt Nolden die Situation. Sich ueberkreuzende Wege waren unvermeidbar, dennoch konnten durch eine eindeutige „Verkehrsregelung“ im Haus viele Schnittstellen entflochten und im Sinne des neuen Rechts entschaerft werden. Hier zeigen sich laut Nolden die Vorteile der „neuen“ EU-Zulassung: „Durch die im Gesetz vorgesehenen Spielraeume fuer handwerklich arbeitende Unternehmen sind hier deutlich flexiblere Loesungen moeglich.“
Der Dokumentationsaufwand ist dabei ueberschaubar geblieben. Statt des weit verbreiteten Loggers nutzt Peter Nolle beispielsweise eine Handpistole mit Laser zur kontaktlosen Temperaturmessung. Dabei wird in regelmaessigen Abstaenden auf die Produkte im Kuehlraum „geschossen“. „Ich kann die Messung von der Tuer aus vornehmen und muss nicht extra in den Kuehlraum hinein“, erlaeutert der Fleischermeister, „ist die Messung im Soll-Bereich, hake ich dies auf einer Checkliste ab.“ So muss Nolle nur bei moeglichen Abweichungen vom Sollwert aktiv werden. Auch bei den mikrobiologischen Untersuchungen orientiert sich der Firmenchef an den Vorgaben des Deutschen Fleischer-Verbandes.