Bad Rothenfelde. Wie viel vergiftetes Milchpulver ist in Afrika im Umlauf? Wie können Allergiker vor verschleppten Allergenen in Lebensmitteln geschützt werden? Für Antworten auf diese Fragen erhalten zwei Forscher in diesem Jahr den mit jeweils 10.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Heinrich-Stockmeyer-Stiftung: Die Tierärztin Prof. Dr. Dagmar Schoder leitet die Forschungsgruppe Globale Lebensmittelsicherheit am Institut für Milchhygiene und Lebensmittelwissenschaften in Wien. Ihre Gruppe klärte die Verbreitungswege von tödlicher Babynahrung aus China nach Afrika auf und trug maßgeblich dazu bei, giftiges Milchpulver aus dem Verkehr zu ziehen. Der Lebensmittelchemiker Martin Röder arbeitet am Paul-Ehrlich-Institut in Langen. Im Rahmen seiner Doktorarbeit untersuchte er, wie bei der Produktion von Keksen Allergene von einem Produkt zum nächsten verschleppt werden - und fand heraus, dass die bisherigen Reinigungs-methoden nicht ausreichen, um Allergiker vor unerwarteten Reaktionen zu schützen.
Der Stockmeyer Wissenschaftspreis wird im Rahmen der 52. Arbeitstagung Lebensmittelhygiene am 30. September 2011 in Garmisch-Partenkirchen verliehen. Der Preis ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Aufgrund der Qualität der eingereichten Arbeiten werden in diesem Jahr zwei Preise mit zusammen 20.000 Euro vergeben. Mit der Auszeichnung will die gemeinnützige Heinrich-Stockmeyer-Stiftung Arbeiten mit besonderem Praxisbezug und anwendungsorientierte For-schung zur Erzielung von mehr Lebensmittelsicherheit fördern und damit zur Stärkung des Verbrauchervertrauens in die Qualität von Lebensmitteln beitragen.
Quelle: Heinrich-Stockmeyer-Stiftung