Zu der Fachmesse für Bäckerei-, Konditorei- und Confiseriebedarf -FBK - in Bern gab es 2011 zum ersten Mal eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Lebensmittelbranche im Glashaus". Sie hat gezeigt, dass es kaum noch genug Deklarationen auf den Lebensmittelverpackungen und kaum noch genug Qualitäts- und vor allem Sicherheitsverpflichtungen der Hersteller geben kann. Das Hauptthema war die auch in der Schweiz inzwischen als untragbar hoch erlebte gesetzliche und öffentliche Eingriffsdichte in den Lebensmittelbereich. Von der Lebensmittelbranche wird immer mehr Transparenz gefordert. Das damit erreichte, vermeintliche Mehr an Transparenz bringt im praktischen Alltag ständig mehr Bürokratie. Erfolge würden aber mit mehr Qualität und Produktenvielfalt und nicht durch immer neue Vorschriften erreicht. Jede Vorschrift und jedes Verbot schmälere die Wirtschaftsfreiheit und entmündige die Kunden noch mehr.
Fragwürdig sei auch das vermeintliche Bedürfnis der Kundschaft nach stets noch mehr Deklarationen. Die Alltagspraxis sowohl im Lebensmitteleinzelhandel wie in der Gastronomie zeige das Gegenteil. Sobald die Deklarationen einen bestimmten Textumfang und eine bestimmte Wortdichte erreicht hätten, würden sie insgesamt nicht mehr gelesen.
Quelle: Stutzer