Drei Rechtsvorträge beleuchteten die Herstellerpflichten in der Lieferkette, die Marktbeobachtungspflicht und die persönliche Verantwortung von Geschäftsführern und Mitarbeitern. Unterstrichen wurde die zeitnahe Rügepflicht beim Einkauf mangelhafter Produkte, weil vertragliche Ansprüche andernfalls nach zwei Jahren verjähren. Wichtig in diesem Zusammenhang: eine sorgfältige Wareneingangskontrolle beim Maschinenkauf.
Kontrovers diskutierten die Teilnehmer die Verantwortlichkeiten beim Erkennen vorhersehbarer Fehlanwendungen. Ein Betreiber: "Ein lapidarer Satz dazu in der Betriebsanweisung reicht nicht." Gegebenenfalls müssten die Hersteller/Lieferanten die Betreiber anschreiben und auf die Notwendigkeit gesonderter Unterweisungen hinweisen. Ein anderer Betreiber vertrat die Meinung, es bestände hier ohnehin eine besondere Fürsorgepflicht des Unternehmers/ Geschäftsführers gegenüber den Mitarbeitern. Sie müssten auf jeden Fall ordentlich und verständlich unterwiesen werden. Würden sie Pflichten an Führungskräfte delegieren, so verblieben dennoch die Auswahl- und Überwachungspflicht des Unternehmers/ Geschäftsführers.
Weitere Themen des zweitägigen Symposiums waren REACH für Maschinenhersteller, die EMV-Problematik, Sicherheitsrisiken bei der Verwendung von Magnetschaltern, die Analyse von Maschinenunfällen, die Vorstellung eines denkbaren RFID-Schutzsystems für Vakuumfüller und der aktuelle Stand der Verpackungsnormung. Wesentliche Aussagen der Teilnehmer und Referenten wurden kurzweilig und eindringlich durch drei Schauspieler des "Theaters Interaktiv" gespiegelt, die den ersten Tag begleiteten.
woy/Redaktion Fleischerei-Technik