Bonn. Die Wirtschaftsgruppe Vieh und Fleisch (PVV) diskutierte mit deutschen und niederländischen Experten im Rahmen der vierten Bonner Runde über die „Notwendigkeiten und Möglichkeiten des grenzüberschreitenden Krisenmanagements im Schweinefleischsektor“.
Unter Leitung von Prof. Brigitte Petersen thematisierte die Runde den Status Quo im Krisenmanagement sowie die Potenziale in der Prävention, aber auch den Umgang mit Krisen- und Ausnahmefällen. „Die Weiterentwicklung unseres Krisenmanagements hin zu einer länderübergreifenden Lösung ist die Grundlage einer wirksamen Krisenbekämpfung", stellte Dr. Arno Piontkowski fest. Die aktuelle Krisenpolitik sei heterogen und meist nach nationalstaatlichen Zuständigkeiten und Instanzen strukturiert. Dagegen wären die wirtschaftlichen Beziehungen immer stärker miteinander verflochten. Krisen machten jedoch nicht an Grenzen halt und der wirtschaftliche Schaden im Krisenfall sei enorm.
Als kritisch betrachten die Experten die erste Phase nach Ausbruch einer Tierseuche, in der oftmals mit vorschnellen Reaktionen wie Ein- und Ausfuhrverboten gehandelt würde. Diese seien das Resultat einer Politik der Absicherung nicht betroffener gegenüber betroffenen Staaten. Wirtschaftliche Belange wären dabei nachrangig.
Dass gerade der Austausch und die Zugänglichkeit von Daten einheitlicher und einfacher gestaltet werden müssten, darin waren sich die Experten einig. Gerade auf der Ebene der fachlichen, interdisziplinären Zusammenarbeit sehen die Teilnehmer eine hervorragende Grundlage für die Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden Krisenmanagements. „Der persönliche Kontakt und der Austausch zwischen den Experten der Branche führt zu fruchtbaren Ideen, die wiederum bestehenden Projekten und Initiativen zugute kommen", fasste Prof. Brigitte Petersen zusammen.
ust / Redaktion FT