News vom 23.04.2007 | Rubrik: Recht | Kommentare: Bewertung:
Der Deutsche Tierschutzbund teilt nach eigenen Angaben nicht die streckenweise formulierte Begeisterung des Bundesministers ueber Fortschritte im Tierschutz, insbesondere bei den Themen Legehennen, Schweinen und Broilern. In einzelnen Bereichen hat es kleine Fortschritte gegeben, in den entscheidenden Fragen aber stehen tierschutzgerechte Rahmenbedingungen noch aus.
Bei den Schweinen hat die Tierschutznutztierhaltungsverordnung keine entscheidenden Fortschritte fuer die Tiere gebracht. In der Frage der Broiler-Haltung uebt der Deutsche Tierschutzbund scharfe Kritik. Wort und Tat weichen offenbar eklatant voneinander ab. In dem Bericht klingt es hoffnungsvoll: "Auf EU-Ebene wird die
ins Stocken geratene Diskussion ueber den Tierschutz bei der Haltung von Masthuehnern belebt". Gleichzeitig aber hat das Bundesministerium
im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft diese Woche einen Kompromissvorschlag eingereicht, der die Tierqual in den duesteren Massenstaellen verlaengern wuerde.
Die bisher ohne jede gesetzliche Regelung stattfinden
Kaninchenmast, bei denen die Tiere qualvoll auf Drahtgitterboeden gehalten werden, wird mit ausweichenden Aussagen im Bericht abgehakt.
Die Zusage, eine gesetzlich verbindliche Haltungsvorschrift zu erlassen, fehlt.
Das Verbot der Subventionszahlungen fuer Tiertransporte in EU-Drittstaaten, das auch von Bundesminister Seehofer unterstuetzt wurde, ist ein wirklicher Durchbruch. Dies darf aber nicht darueber
hinwegtaeuschen, dass die entscheidenden Ursachen fuer die Tierqual auch auf Europas Straßen nicht in der im Januar in Kraft getretenen EU-Verordnung tierschutzgerecht geregelt wurden. Dazu gehoeren die zu langen Fahrtstrecken und zu engen Ladedichten.