News vom 27.03.2008 | Rubrik: Recht | Kommentare: Bewertung:
Entgegen der Darstellung der Verbraucherschuetzer liefere die GDA-Naehrwertkennzeichnung dem Verbraucher praktische und alltagstaugliche Orientierung bei der Auswahl seiner Lebensmittel.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte behauptet, dass der von Lebensmittelherstellern und Handelsunternehmen auf ihren Produkten angegebene Richtwert fuer die taegliche Zuckerzufuhr mit 90 g zu hoch angesetzt sei. Die Deutsche Gesellschaft fuer Ernaehrung DGE und die Weltgesundheitsorganisation WHO setzen in ihren Empfehlungen in der Tat als Richtwert 50 g Zucker an. Jedoch werde hierbei allein der bei der Herstellung zugesetzte Zucker eingerechnet. Milch- und Fruchtzucker bezoegen DGE und WHO in ihre Empfehlungen nicht ein.
Die Kritik, dass durch die Angabe von Miniportionen und die Annahme einer zu hohen Tageszufuhr der reale Zucker-, Fett- und Salzgehalt eines Produktes relativiert werde, entbehre jeder Grundlage. So sei dem Verbraucher beim Kauf einer Grosspackung eines Lebensmittels bewusst, dass diese nicht auf einmal verzehrt werden solle, sondern dass darin mehrere Portionen enthalten seien. Portionsgroessen vermitteln eine Orientierung der empfehlenswerten Verzehrmenge einzelner Produkte und sensibilisieren die Verbraucher fuer einen massvollen und ausgewogenen Verzehr von Lebensmitteln.
Die Verbraucherverbaende geben vor, den Buerger durch Vorgaben vor der Industrie schuetzen zu wollen. Hingegen gehen das Bundesverbraucherministerium und die Lebensmittelwirtschaft davon aus, dass die Verbraucher selbst entscheiden koennen und moechten, was fuer sie gut ist, und appellieren damit auch an deren Selbstverantwortung. Diese Einstellung zum "unmuendigen" Verbraucher wuerden Verbraucherverbaende derzeit an der Naehrwertkennzeichnung festmachen, morgen an der Werbung und uebermorgen an der Ernaehrung selbst. Es gaebe generell keine gesunden oder ungesunden Lebensmittel, nur eine ausgewogene oder einseitige Ernaehrung.
Die Verzehrsampel sei wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen, intransparent und fuer die Verbraucher nicht nachvollziehbar. Mit einer Ampelkennzeichnung lasse sich das Verbraucherverhalten ebenso wenig aendern wie das komplexe Uebergewichtsproblem loesen.
Eine mehr oder minder willkuerliche Einteilung der Lebensmittel oder einzelner Naehrstoffe in "gut" und "schlecht" sei irrefuehrend. Sie stifte eher Verwirrung, weil es gerade nicht auf die Bewertung einzelner Lebensmittel ankomme, sondern auf eine ausgewogene Ernaehrung, in der alle Lebensmittel ihren Platz haben. Gleichwohl werde dem Verbraucher suggeriert, er koenne sich – ohne weiteres Nachdenken – gesund ernaehren, wenn er nur moeglichst viele Produkte mit gruenen Punkten waehlt.