Zweistellige Wachstumsraten bei Absatz und Umsatz mit einem Trend zu noch hoeheren Zuwaechsen in diesem Jahr bringen Bioprodukte in das zentrale Interesse auch vieler bisher skeptischer Handelshaeuser.
Seit Bioerzeugnisse auch bei den Discountern immer mehr Platz in den Regalen eingeraeumt wird, werden bei den grossen Handelsorganisationen Strategien und Plaene geschmiedet, wie man sich vom Discount-Bio abheben kann, um die Kunden zu binden. Dabei soll der Preis nicht das alleinige Kriterium bei der Einkaufsstaettenwahl und damit der Kaufentscheidung sein. Denn die Erfahrungen mit dem konventionellen Sortiment, wo der Preisverfall die Gewinnmargen der Unternehmen stark beeintraechtigt hat, moechte man mit Bioware so nicht wieder machen.
Die derzeit verfuegbaren Marktforschungsdaten fuer das Trockensortiment im Lebensmitteleinzelhandel weisen einen Absatzzuwachs von 35 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2005 aus.
Allerdings waechst der Bio-Absatz nicht in allen Einkaufsstaetten gleich stark. Es gibt hier gewaltige Unterschiede, die mittels der Handelspaneldaten des Marktforschungsunternehmens AC-Nielsen fuer den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) dargestellt werden koennen. So weisen einige eine Verdoppelung ihres Absatzvolumens auf, waehrend andere in einzelnen Warengruppen sogar ruecklaeufige Umsaetze verzeichnen. Dies ist einerseits ein Hinweis darauf, dass Kunden eventuell zur preisguenstigeren Konkurrenz abwandern, aber auch, dass Bio kein Selbstlaeufer ist, sondern attraktiv positioniert werden muss. Dies tun einige Handelsunternehmen mit entsprechend hohem Engagement. Sie erzielen damit ueberproportional hohe Zuwaechse, koennen also deutlich Marktanteile hinzugewinnen.
Dass niedrige Preise einen grossen Einfluss auf die Kaufentscheidung haben, ist unbestritten. Daher verbuchen auch die Discounter Absatzzuwaechse, die teilweise ueber 100 % liegen. Fruchtjoghurt, der allerdings auch erst seit kurzem bei den Discountern in nennenswerten Mengen und Varianten angeboten wird, konnte ein Plus von 190 % verbuchen.
Die grossflaechigen Geschaefte hingegen scheinen Probleme zu haben, von dem boomenden Bio-Markt zu profitieren. Verbrauchermaerkte mit einer Verkaufsflaeche von 800 bis 4.999 qm konnten lediglich bei Molkereiprodukten und Fruchtsaeften aehnlich hohe Zuwachsraten erzielen. Die SB-Warenhaeuser mit einer Verkaufsflaeche ab 5.000 qm mussten in diesem betrachteten Zeitraum bei einigen Warengruppen sogar Absatzeinbussen hinnehmen. Allerdings scheinen die SB-Warenhaeuser derzeit generell Schwierigkeiten zu haben zu punkten. Die Verbraucher scheinen sich wieder verstaerkt auf uebersichtliche Einkaufsstaetten vorzugsweise mit regionalen Angeboten zu konzentrieren.
Die Marktforschungsdaten des AC-Nielsen zeigen nicht nur, wer die hoechsten Zuwaechse am Markt erzielt, sondern auch, wer den groessten Teil vom Bio-Kuchen absolut hat. Derzeit kaempfen die Discounter und Verbrauchermaerkte um die hoechsten Anteile.