Seit einiger Zeit bieten auch Discounter verpacktes frisches Rindfleisch an. Erst beim genauen Studieren des Etiketts faellt haeufig der unscheinbare Hinweis "kuechenfertig zubereitet" und eine Zutatenliste mit zahlreichen Zusatzstoffen auf. Durch diesen Verarbeitungsschritt koennen Hersteller die fuer schieres Rindfleisch vorgeschriebene Herkunftskennzeichnung legal umgehen.
Im Marktcheck der Verbraucherzentrale Hessen wurden in elf Geschaeften in Frankfurt und Darmstadt (sechs Supermaerkte, fuenf Discounter) 111 abgepackte frische Rindfleischangebote begutachtet. Nur in den Discountern fanden die Verbraucherschuetzer bei ueber Dreiviertel (16 von 21) der Angebote "kuechenfertig zubereitetes" Rindfleisch. Davon trugen nur zwei eine Herkunftsangabe, in fast 90 % der Faelle fehlte diese. "Offensichtlich umgehen die Hersteller mit dem Verarbeitungsschritt die Kennzeichnungspflicht der Herkunft nach der Rindfleischetikettierungsverordnung. Diese gilt seit der BSE-Krise fuer unverarbeitetes Rindfleisch in allen EU-Mitgliedsstaaten", so Andrea Schauff von der VZH.