Bern. Schweizer Konsumenten sind von der Qualitätheimischer Fleischprodukte überzeugt: Trotz eines Rückgangs desPro-Kopf-Konsums um fast ein Kilogramm, ist der Anteil an SchweizerFleischprodukten 2009 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen.
Insgesamt ging der Fleischverbrauch in der Schweiz um 1,8Prozent zurück und sank von 53,35 auf 52,38 kg pro Person. Als einzigeFleischsorte zulegen konnte Kalbfleisch, wovon jeder Schweizer durchschnittlich3,23 kg verzehrte. Davon stammten 98,6 Prozent aus heimischer Produktion, beimRindfleisch waren dies 85,4 Prozent (2008: 80,8 Prozent) und beimSchweinefleisch 93.7 Prozent (2008: 90.0 Prozent). Während der Verbrauch vonRind- und Schweinefleisch leicht zurückging, blieb der Geflügelfleischkonsumunverändert. „Die Schweizer sind von der Qualität des heimischenFleischangebotes und dem Preis-Leistungsverhältnis überzeugt", resümiertHeinrich Bucher, Direktor bei Proviande.
Die inländische Rind- und Schweinefleischproduktion war2009 deutlich größer als im Vorjahr. Die Anzahl der Großviehschlachtungenstiegen in der Schweiz um 4,2 Prozent auf 387 000 Stück an. Diese Zunahme warunter anderem eine Folge der deutlich höheren Kuhschlachtungen (+ 9,7 Prozent).Die Differenz zum Vorjahr ist deshalb so groß, weil aufgrund der Situation aufdem Schweizer Milchmarkt in den Jahren 2007 und 2008 außergewöhnlich wenigeKühe zur Schlachtung gebracht wurden. Die Bankviehproduktion war 2009 lediglichum 0,1Prozent höher als 2008. Die Produktion an Schweinefleisch stieg um 3 Prozent.Hingegen fiel leicht weniger Schaf- und Lammfleisch an (-0,5 Prozent).
Das gesteigerte Inlandangebot vermochte die Nachfrage amSchweizer Markt ausreichend zu decken, brachte aber die Produzentenpreise unterDruck. „Von dieser Entwicklung profitierten die Schweizer Konsumenten 2009 inForm von teilweise deutlich tieferen Preisen", sagt Bucher. Nachdem diePreise für Fleisch und Fleischprodukte in den vergangenen Jahren tendenziellsteigend waren, gingen sie 2009 wieder zurück. Gemessen an einem durchschnittlichenWarenkorb, entfallen in der Schweiz etwa zehn Prozent der Ausgaben aufNahrungsmittel. Ein Viertel davon wenden die Schweizer durchschnittlich fürFleisch und Fleischprodukte auf.
Ein Großteil des Fleisches wird heute in der Gastronomieoder unterwegs konsumiert. Nach wie vor am häufigsten werden außerhalb dereigenen vier Wände Schweinefleisch (25,2 Prozent) und Rindfleisch (22,8Prozent) gegessen. Die Zahlen sind seit Jahren stabil. Beide Sorten spielenüber alle Konsumentengruppen hinweg eine wichtige Rolle.
Auch Geflügelfleischgerichte wurden 2009 mehr verzehrtals im Vorjahr und es zeichnet sich ab, dass Kalbfleischgerichte in derSchweizer Gastronomie an Bedeutung gewinnen werden. „Dieses preissensibleFleisch erfreut sich zunehmender Beliebtheit, sein Anteil steigt seit 2007an", erklärt Bucher. „Inzwischen enthalten schon 10,7 Prozent derMahlzeiten Kalbfleisch."
Umfragen zeigen, dass auch in der Gastronomie dieQualität der Fleischgerichte als sehr gut beurteilt wird. „Generell sind diebefragten Personen mit den Mahlzeiten 2009 sogar noch zufriedener als imVorjahr", weiß Bucher. „Auch das Preis-Leistungsverhältnis wird als sehrgut beurteilt. Dies ist der Verdienst professioneller Arbeit entlang dergesamten Wertschöpfungskette, angefangen beim Bauern über den Fleischfachmannbis hin zum Koch und der Bedienung." Proviande