Bonn. Der neue Agrarrohstoff‐Indexder Agrarmarkt Informations‐GmbH(AMI) bildet sowohl die Erlösentwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe alsauch die Rohstoffkosten für die Ernährungswirtschaft in Deutschland ab.
Gleichzeitig ist der Index ein repräsentativer Gradmesserfür die Markt‐ undPreisentwicklung am Markt für Agrarrohstoffe und somit ein Konjunkturindikatorder deutschen Agrarwirtschaft. Bestandteil des Indexes sind 13landwirtschaftliche Produkte die nach ihrem Anteil an den gesamtenlandwirtschaftlichen Verkaufserlösen gewichtet wurden. Insgesamt liegt derAnteil der ausgewählten Produkte an den Verkaufserlösen in Deutschland(einschließlich Gartenbau) bei über zwei Dritteln. Ausgewählt wurden ausschließlichProdukte, die in gleichbleibender Qualität das ganze Jahr über gehandeltwerden. Der Index wird künftig monatlich veröffentlicht.
Agrarrohstoff‐Indexverzeichnet leichtes Plus im Februar
Im Februar 2010 hat sich der AMI‐Agrarrohstoff‐Indexgegenüber dem Januar leicht um 0,8 Prozent auf 102,6 Indexpunkte nach obenbewegt und sich damit den vierten Monat in Folge leicht erholt. Insgesamt lagdas Preisniveau damit im Februar in Deutschland jedoch lediglich sechs Prozentüber dem bisherigen Tiefpunkt von November 2009 als der Index etwa auf dasPreisniveau von April 2005 zurückgefallen war. Den bisher höchsten Stand hatteder AMI‐Agrarrohstoff‐Index im März 2008 mit knapp 144Indexpunkten erreicht und war von diesem Termin bis November 2009kontinuierlich gefallen. Für die jüngste leichte Erholung von Januar zu Februarsind sowohl die etwas festeren Rapspreise als auch das etwas höhere Preisniveaubei Schweinen und Jungbullen verantwortlich. Bei den meisten Getreideartengaben die Preise im Februar jedoch leicht nach oder bewegten sich seitwärts undbei Milch sieht es ebenfalls eher nach etwas schwächeren Preisen aus.
Methodik AMI AgrarrohstoffIndex
Der AMI Agrarrohstoff‐Indexbildet die Preisentwicklung der wertmäßig wichtigsten landwirtschaftlichenRohstoffe für die deutsche Land‐und Ernährungswirtschaft ab. Für die Auswahl der Produkte gab es zweiKriterien. Das Hauptkriterium war der wertmäßige Anteil der Verkaufserlöse desentsprechenden Produktes an den Gesamterlösen.
Außerdem kamen nur Produkte in den Index, die ingleichbleibender Qualität das ganze Jahr über gehandelt werden. Insgesamt sindim AMI‐Agrarrohstoffindex 13Produkte vertreten, deren Anteil an den gesamten landwirtschaftlichenVerkaufserlösen (einschließlich Gartenbau) bei über zwei Dritteln und ohne denBereich Gartenbau/Zierpflanzen sogar bei 86 Prozent liegt. Zu den auf Basis derKriterien für den AMI‐Indexausgewählten Produkte gehören: Milch (37,3 %), Schweine (27,0 %), Brotweizen(6,6 %), Jungbullen (6,1 %), Hähnchen (4,9 %), Raps (4,7 %), Kühe (4,4 %),Futtergerste (2,5 %), Färsen (1,7 %), Futterweizen (1,4 %), Brotroggen (1,3 %),Braugerste (1,0 %) und Mais (1,0 %).
Obgleich die pflanzlichen Erzeugnisse mit sieben Produktendie Mehrheit im Index stellen, ist ihr Gewicht mit knapp einem Fünftel dochdeutlich geringer. Dies liegt vor allem an dem großen wirtschaftlichen Gewichtder Milch‐ und derSchweineproduktion in Deutschland, die gemeinsam über die Hälfte des Wertes vomAMI‐Index ausmachen. DieseRelationen spiegeln jedoch auch die grundlegenden Wertverhältnisse in derlandwirtschaftlichen Erzeugung wider.
Die Datengrundlage für den Agrarrohstoff‐Index bilden die bundesweit von derAMI und ihren Partnern ermittelten repräsentativen Preise für dielandwirtschaftlichen Hauptprodukte. Bestimmte nicht rechtzeitig verfügbarePreise werden auf Basis der vorläufigen Informationen von den Fachleuten derAMI geschätzt. Aus diesem Grund und infolge von Nachmeldungen kann es imNachhinein zu geringfügigen Korrekturen beim jeweils aktuellen Indexwertkommen. Der Index bildet den Durchschnittswert bzw. die durchschnittlicheEntwicklung für Deutschland auf Basis der aggregierten Regionaldaten ab.
Melder sind je nach Produkt sowohl verkaufendeLandwirtschaftsbetriebe als auch kaufende Verarbeitungsunternehmen oderHändler. Die Preise werden ohne Umsatzsteuer und ohne Subventionen(Marktpreiskonzept) verwendet. Für den AMI‐Rohstoffindexwurde aufgrund der starken Dynamik bei den Verkaufserlösen für die Gewichtung,anstelle eines einzigen Basisjahres (2005), ein Zeitraum von drei Jahren (2004‐06) gewählt. Die Preisbasis für dieIndexbildung ist hingegen das Jahr 2005. Berechnet wird der AMI‐Index nach der Methode vonLaspeyres. Bei dieser Methode stammen die gewählten Gewichte (Verkaufserlöse)aus dem entsprechenden Basiszeitraum und bleiben bis zur Umstellung des Indexesauf einen neuen Basiszeitraum unverändert.