Bozen/Wien. Wer Fleisch konsumiert, schädigt damit in den meisten Fällen den Regenwald und die Sozialstruktur in den Ländern, in denen das Futtermittel Soja angebaut wird. Das berichten Experten aus der Futter- und Lebensmittelindustrie und Forschung auf einer internationalen Tagung an der Freien Universität Bozen.
Der Anbau von handelsüblichem Soja hat drastische
soziale, ökologische und auch gesundheitliche Folgen.
Dass es eine Lösung für dieses Problem gibt, zeigen
seit 2004 die "Basler Kriterien". Soja, das unter Berücksichtigung
dieser Vorgaben erzeugt wird, ist mit verschiedenen Garantien belegt, die
mögliche negative Auswirkungen der Produktion ausschließen. Darunter befindet
sich die Einhaltung der geltenden Gesetze, der Erhalt von Boden- und
Wasserqualität durch geeignete Anbaumethoden, der Verzicht auf gentechnisch verändertes
Saatgut und auf Umwandlung von Primärvegetation und geschützten Flächen in
Ackerland.
Vielmehr hinkt derzeit die Nachfrage nach
nachhaltigem Soja dem Angebot hinterher. Fleischkonsumenten sei nicht
bewusst, was sie kaufen. Marketingabteilungen von Handelsketten sollten sich
daher die Bewusstseinsbildung stärker zur Aufgaben nehmen, wenn sie ihre
Corporate Social Responsability ernst nehmen. Umweltfreundliches Soja sei
nur wenig teurer als gentechnisch hergestelltes. Die Preisdifferenz könne
jedoch durch eine klare Auslobung von gentechnik-freiem Fleisch wettgemacht
werden, wofür es jedoch bisher zu wenig klare Kennzeichnungen geben. Wichtig
sei es auch, die Basler Kriterien in bestehende Qualitätsstandards zu
übernehmen.