Which? analysierte 570 Nährstoffangaben auf 70 Produkten und entdeckte, dass nur bei 7% der Produkte die Angaben auf den Etiketten dem tatsächlichen Inhalt entsprachen. 17% der Produktangaben waren außerhalb des akzeptablen 20-prozentigen Spektrums für abweichende Angaben.
Die Studie konnte bei einigen Produkten, die sich derzeit im Handel befinden, sogar drastische Abweichungen feststellen. So überstieg z.B. eine Kinderpizza von Tesco den angegeben Zuckerwert um 47%. "Nährwertangaben sollen den Verbrauchern helfen im Rahmen einer gesunden Ernährung Produkte auf ihre Inhaltsstoffe vergleichen zu können, dazu müssen die Angaben korrekt sein. Die derzeitigen Ergebnisse führen den eigentlichen Zweck der Labels somit ad absurdum", erklärte Malcom Coles, der Leiter der Studie.
Derzeit gibt es EU-weit kein Gesetz, das die genaue Angabe von Nährwerten auf Produkten regelt. Wenn ein Produkt ein Label mit Nährwertangaben aufweist, müssen auf diesem nur die "durchschnittlichen Nährwertangaben" festgehalten werden. Darum ist es den Herstellern überlassen, wie genau ihre Angaben ausfallen. Verbraucherschutzorganisationen drängen nun auf Änderungen der rechtlichen Lage und scheinen damit Erfolg zu haben."Es gibt einen EU-Gesetzesentwurf, der die gesetzliche Regulierung für Nährwertangaben vorsieht und es ist sehr wahrscheinlich, dass die rechtliche Lage für das Labelling von Produkten erneuert wird", erklärte Brigid McKevith von der British Nutrition Foundation.