Mit Wirkung zum 1. Januar 2009 geht der Schinkenspezialist Abraham, Seevetal, eine Partnerschaft mit der schweizerischen Bell AG ein. In diesem Rahmen beteiligt sich Bell mehrheitlich an der Abraham Gruppe. Abraham gehört mit rd. 190 Mio. EUR Umsatz und über 650 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Rohschinken-Produzenten und ist Marktführer in Deutschland. „Durch diese Beteiligung ist der weitere Erfolg unseres Unternehmens langfristig gesichert.", kommentiert Jürgen Abraham, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Abraham Gruppe diesen Schritt.
Der führende Schweizer Fleischverarbeiter Bell hat seine Marktposition
weiter ausgebaut. Der Nettoerlös erreichte mit CHF 2,548 Mrd. (+31,4 %)
einen neuen Höchstwert. Das operative Er-gebnis auf Stufe EBITDA wuchs
auf CHF 189,4 Mio. (+32,7 %). Das Unternehmensergebnis liegt mit CHF
55,6 Mio. aufgrund akquisitionsbedingter Goodwill-Abschreibungen um 5,9 %
oder CHF 3,5 Mio. unter dem Vorjahreswert.
Die Bell Gruppe hat den Nettoerlös um 31,4 % auf
CHF 2,548 Mrd. gesteigert. Das Umsatzwachstum von rund CHF 608,2 Mio.
ist auf die Akquisitionen im Ausland zurückzuführen. Das operative
Ergebnis auf Stufe EBITDA erhöhte sich um CHF 46,7 Mio. auf CHF 189,4
Mio. (+32,7 %). Das Unternehmensergebnis liegt mit CHF 55,6 Mio. um 3,5
Mio. unter dem Vorjahreswert (-5,9 %). Grund dafür sind vor allem
akquisitionsbedingte Goodwill-Abschreibungen.
Der
Cashflow erhöhte sich um 25,5 % auf CHF 151,6 Mio. Die Investitionen in
Betriebsanlagen wuchsen um 16,8 % auf CHF 58,2 Mio. Per 31.12.2009
beschäftigte die Bell Gruppe 6‘561 Mitarbeiter, davon knapp die Hälfte
ausserhalb der Schweiz. Der Verwaltungsrat beantragt zuhanden der
Generalversammlung eine gleichbleibende Dividende von CHF 40 pro Aktie.
Bell Schweiz mit Rekordjahr
In der Schweiz hatte der zunehmende Druck auf die
Verkaufspreise noch keinen Einfluss auf die Ertragslage. Sämtliche
Geschäftsbereiche von Bell Schweiz haben 2009 zum positiven Ergebnis
beigetragen. Das Absatzvolumen wuchs um 2 % auf 122,3 Millionen
Kilogramm. Die Verkaufspreise lagen im Durchschnitt rund 2,4 % unter
Vorjahr. Aufgrund dieser Minusteuerung fiel der Nettoerlös trotz des
gestiegenen Absatzvolumens mit CHF 1,775 Mrd. um CHF 26,4 Mio. leicht
tiefer aus (-1,5 %).
Die Bereiche Frischfleisch
und Charcuterie haben das Absatzvolumen spürbar steigern können. Der
Bereich Geflügel legte vor allem im Kerngeschäft mit frischem Schweizer
Geflügel zu. Wiederum überproportional gewachsen sind die Produktgruppen
Seafood und Convenience. Per 1. Januar 2010 hat Thorid Klantschitsch
die Leitung von Bell Schweiz übernommen und ist in dieser Funktion auch
Mitglied der Bell Gruppenleitung.
Bell
International gefestigt
Die Integration der
2008 übernommenen Unternehmen ausserhalb der Schweiz kommt planmässig
voran. Der Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen von Bell
International erreichte 2009 CHF 772,8 Mio. Die Groupe Polette stiess
per Juli 2008, ZIMBO per Dezember 2008 und Abraham per Januar 2009 zur
Bell Gruppe. Daher entfällt der Vorjahresvergleich. Die erstmals
ganzjährig konsolidierten Tochtergesellschaften haben rund 30 % zum
Gruppennettoerlös beigetragen.
Im Ausland sind die
Auswirkungen der unsicheren Wirtschaftslage wesentlich deutlicher zu
spüren. In Deutschland hat die anhaltende Konsumschwäche den bereits
hohen Wettbewerbsdruck noch zusätzlich verstärkt. Dies ist besonders bei
hochpreisigen Produkten wie Rohschinken zu spüren. In Frankreich hat
Bell die ungünstige Wirtschaftslage vor allem in den letzten vier
Monaten des Jahres deutlich gespürt. Das Wachstum in Osteuropa wurde
durch die wirtschaftsbedingte Nachfrageschwäche beeinträchtigt. Die
Währungsturbulenzen verschlechterten die Situation im ersten Halbjahr
zusätzlich.
Trotz der zurückhaltenden
Konsumstimmung hat sich Bell International gut behauptet. Die
Absatzvolumina bewegen sich im Rahmen der Erwartungen. In allen Märkten
wächst allerdings der Margendruck.
Ausblick
2010
In der Schweiz rechnet Bell mit einem
geringeren Wachstum auf dem bestehenden, sehr hohen Niveau. Es ist davon
auszugehen, dass ohne neue äussere Einflüsse der Konsum von Fleisch und
Fleischprodukten stabil bleiben wird. Die zunehmende Preissensibilität
der Konsumenten und konsequenterweise des Handels wird weiter auf die
Margen drücken.
In Europa zeichnet sich in
einzelnen Märkten eine langsame Erholung des Konsums ab. Die Lage wird
jedoch weiter angespannt bleiben. Die Internationalisierungsstrategie
führt Bell trotzdem konsequent weiter und verstärkt die Geschäftsfelder
gezielt über die bestehenden Brückenköpfe im Ausland.